Milliarden für Shampoo

14. Oktober 2002, 14:42
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Henkel bietet mehr als fünf Milliarden Euro für Wella - Firmenübernahme wäre größte seit Vodafone-Mannesmann-Deal

Frankfurt - Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel will den Kosmetik- und Haarpflegekonzern Wella übernehmen und hat dafür bis zu 5,3 Mrd. Euro geboten. Aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen hieß es am Sonntag, Henkel habe pro Aktie ein Gebot von 70 bis 80 Euro vorgelegt, womit es unter Umständen fast 100 Prozent über dem Börsenkurs vom Freitag liegen würde. "Henkel hat das Gebot vorgelegt und Wella prüft es nun", hieß es aus den Kreisen. Die Firmenübernahme wäre die größte seit dem Vodafone-Mannesmann-Deal.

"Noch kein Übernahmeangebot"

Wella vermeldete unterdessen am Montag bisher kein Übernahmeangebot durch den Henkel-Konzern erhalten zu haben. Außerdem erschiene ein Verkauf angesichts des derzeitigen Marktumfelds in der Kosmetikbranche und der gedrückten Bewertung an den Börsen momentan nicht günstig, fügte sie hinzu. Nach den Worten Unternehmens-Sprecherin entsprächen die in der Presse genannten Verkaufspreise zudem nicht dem "tatsächlichen Unternehmenswert der Wella AG".

Wella hat seinen Geschäftsschwerpunkt im Frisörgeschäft und ist nach L'Oreal in dieser Sparte der zweitgrößte Anbieter weltweit. Bisher hat Wella rund 20 Prozent Marktanteil, Schwarzkopf etwa sechs Prozent. Durch ein Zusammengehen von Wella und der Henkel-Haarpflege-Tochter Schwarzkopf käme Henkel nahe an den internationalen Marktanteil von L'Oreal von rund 30 Prozent heran. Synergieeffekte gäbe es aber auch bei den Einzelhandelsprodukten unter der Marke Schwarzkopf und im Parfümgeschäft.

Übernahmespekulation beflügelt Wella-Aktie

Übernahmespekulationen haben der Aktie des Haarpflegemittel-Herstellers Wella am Montag Flügel verliehen. Das Papier schoss nach der Börseneröffnung um fast 45 Prozent auf 55 Euro in die Höhe. (APA/Reuters)

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