Carter hofft auf Entspannung zwischen USA und Kuba

13. Oktober 2002, 16:15
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Friedensnobelpreisträger fordert Aufhebung des Embargos

Washington - Ex-US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter hofft auf Entspannung zwischen den USA und Kuba. In den nächsten Jahren erwarte er einen Meinungsumschwung in der amerikanischen Bevölkerung und eine Aufhebung des US-Embargos, sagte Carter in einem CNN-Interview am Sonntag. Nach der Machtübernahme von Staatschef Fidel Castro und der Verstaatlichung amerikanischen Grundbesitzes hatten die USA 1960 gegen Kuba ein Embargo verhängt, das im wesentlichen bis heute gilt.

Im Mai dieses Jahres hatte Carter bei einem Besuch in Havanna einerseits die kubanische Führung zur Einhaltung von Bürgerrechten und zu demokratischen Reformen aufgefordert, gleichzeitig auch für ein Ende des US-Wirtschaftsembargos geworben. US-Präsident George W. Bush hatte dem Anliegen jedoch eine Absage erteilt.

Während Carters Präsidentschaft (1977-1981) war es zu einem vorübergehenden "Tauwetter" in den US-kubanischen Beziehungen gekommen. Der Demokrat Carter hob seinerzeit das Reiseverbot für US-Bürger nach Kuba auf, richtete eine US-Vertretung auf der Insel ein und ebnete den Weg für die Freilassung von 3.600 politischen Gefangenen in dem Karibikstaat. Der republikanische Nachfolger Ronald Reagan kehrte dann aber rasch wieder zu dem harten Embargo zurück, das in späteren Jahren weiter verschärft wurde. (APA)

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