Zuschauer-Rückgang fast gestoppt

4. Oktober 2003, 13:59
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Nächstes Jahr soll Andre Agassi in Wien aufschlagen

Wien - Das Interesse der Tennis-Fans an der CA-Trophy in der Wiener Stadthalle ist ungebrochen, der Abwärtstrend der vergangenen Jahre wurde fast gestoppt. "Es ist uns gelungen, den Rückgang extrem zu verlangsamen", meinte Stadthallen-Direktor Peter Gruber am Sonntag unmittelbar vor dem Endspiel zwischen Roger Federer und Jiri Novak. Knapp 47.000 Zuschauer, gegenüber 48.000 im Vorjahr, kamen im Verlauf der Turnierwoche auf den Vogelweidplatz.

Nach den vielen Absagen ist man zufrieden mit dieser Bilanz. "Ich habe ehrlich gesagt ein bisserl die Hosen voll gehabt, als auch noch Andy Roddick abgesagt hat", gab Turnier-Direktor Peter Feigl zu. Doch das befürchtete Desaster sei vermieden worden. Nicht zuletzt wegen einiger Side-Events wie dem Kids-Day am Dienstag, an dem man 2.500 Kinder für das Tennis begeistern konnte und dem Damen-Tag am Donnerstag. Der Viertelfinal-Einzug von Jürgen Melzer hat vor allem für die Stimmung beigetragen, sich aber nicht unbedingt auf den Kartenverkauf ausgewirkt. Melzer wurde nach dem Turnier als bester Österreicher geehrt.

2003 will man weiter an der sportlichen Dichte festhalten, doch ein Superstar soll geholt werden. "Wir möchten nächstes Jahr Andre Agassi verpflichten. Es hat auch schon erste Gespräche mit Agassi gegeben", hofft Feigl. Allerdings will der frühere Weltklasse-Spieler erreichen, dass Agassi seinen Wunsch, in Wien zu spielen, öffentlich kundtut. Dass ein Agassi eine teure Investition bedeutet, ist klar. "Es gibt neben ihm nur noch Lleyton Hewitt und Pete Sampras in dieser Kategorie." Da gibt es keine Bonus-Systeme wie im Fall Federer, dessen Antrittsgeld auch vom sportlichen Abschneiden abhängt. Insoferne hat man sich durch diverse Absagen a la Henman und Co. nichts eingespart, weil dafür Federer oder auch Halbfinalist Carlos Moya vom Geldkuchen genascht haben.

Mit Gustavo "Guga" Kuerten, am Sonntag Finalist in Lyon, plant Feigl übrigens nicht. "Er spielt immer in Lyon und ist in Frankreich auch sehr beliebt." Änderungen gibt es am Preisgeld, das im kommenden Jahr auf 765.000 Dollar reduziert wird. Der Termin wird entgegen früherer Überlegungen nicht verschoben, eine Vorverlegung um eine Woche war angedacht worden. "Gerade die US-Amerikaner möchten die Hallen-Saison nicht noch früher beginnen."

An mancherorts kritisierten "Ruhe" in der Halle will man nichts Drastisches ändern. "Ein Hallenturnier ist etwas ganz Eigenes. Cheerleader oder Musik zwischen den Ballwechseln kann ich mir nicht vorstellen", sagte Feigl. (APA)

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    Die Stadthalle war heuer gut besucht

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