Venezuela: Massenkundgebung für Präsident Chavez

15. Oktober 2002, 20:51
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Opposition ruft zu Generalstreik auf - Neuwahlen gefordert

Caracas - Zwischen "mehreren hunderttausend" (Opposition) und zwei Millionen (Veranstalter) Menschen haben in Venezuela an einer Unterstützungs-Kundgebung für Staatspräsident Hugo Chavez teilgenommen. Die Märsche in der Hauptstadt Caracas verliefen nach Polizeiangaben bis zum Sonntagabend "absolut friedlich".

Die Demonstration fand nur drei Tage nach einem riesigen Protest von weit mehr als einer Million Menschen (Veranstalterangabe) statt, bei der der Rücktritt der linksnationalistischen Regierung und sofortige Neuwahlen gefordert worden waren.

"Das revolutionäre Volk hat friedlich für Demokratie und Frieden demonstriert", sagte Chavez am Montag. Vizepräsident Jose Vicente Rangel erklärte, am Sonntag hätten "zwei Millionen Demonstranten" gezeigt, dass Chavez seine Popularität nicht eingebüßt habe. Das Volk sei für eine Fortführung der bis 2006 laufenden Amtszeit des Präsidenten.

Opposition ruft zu Generalstreik auf

Die Opposition hat in Venezuela ab dem 21. Oktober zu einem unbefristeten Generalstreik gegen die linksnationalistische Regierung aufgerufen. Präsident Hugo Chavez überhöre die Klagen und Forderungen der Bevölkerung, sagte der Chef des Gewerkschafts-Dachverbandes CTV, Carlos Ortega, am Montag in Caracas. "Der Ausstand kann 12, 24 oder 48 Stunden dauern, je nach Ablauf", sagte Ortega.

Der Streikaufruf erfolgt nur vier Tage nach einer Demonstration, bei der der Rücktritt von Chavez und sofortige Neuwahlen gefordert wurde.

"Der einzige Ausweg für das Land sind Neuwahlen, aber Chavez verweigert sich jedem Gespräch", meinte Ortega. Der Gewerkschaftsboss hatte Chavez zunächst ein Ultimatum bis Mittwoch dieser Woche gestellt. Die Regierung schloss aber die Möglichkeit von Neuwahlen früh und entschieden aus. Sie warnte auch vor Putschversuchen.

Der frühere Oberstleutnant und Ex-Putschist Chavez (48) war am 11. April nach einem Streik und Protesten mit 20 Toten bei einem von den USA verdeckt unterstützten Putsch abgesetzt und festgenommen worden. Nach knapp 48 Stunden hatten aber zivile und militärische Regierungsanhänger seine Rückkehr an die Macht durchgesetzt. Die Opposition wirft Chavez unter anderem Machtmissbrauch, einen autoritären Regierungsstil und schlechte Wirtschaftspolitik vor. Der Opposition gehören neben den Gewerkschaften auch fast die gesamte Unternehmerschaft und die traditionellen Parteien an. Chavez wird aber auch von den meisten Medien und der Kirche scharf kritisiert. (APA/dpa)

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    Hugo Chavez mit seinem Papagei

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