Studie prangert Telekom-Liberalisierung an

14. Oktober 2002, 12:15
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Rückgang von Investitionen, Steuereinnahmen und Jobs

Wien - Heftige Kritik an der seit fünf Jahren laufenden Öffnung des Telekommarktes übt eine Studie des des Beratungsunternehmens Kreutzer Fischer & Partner. Wie das das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, habe neben dem Beschäftigtenrückgang in der Branche die Bereitschaft, Geld in Leitungen zu stecken, deutlich nachgelassen.

Die Investitionen seien seit 1998 um mehr als eine Mrd. Euro zurückgegangen. Außerdem hätten die Preissenkungen und Rationalisierungen zu einer um 3,8 Mrd. Euro geringeren Wertschöpfung und zu Steuerverlusten von neun Mill. Euro seit 1998 geführt.

Starre Regeln

Laut Studie sind die Regeln für die Marktöffnung so starr, dass sie den Wettbewerb verzerren. Profitieren würden vor allem jene Unternehmen, die nicht investieren, sondern bloß Leitungen der Telekom Austria anmieten. Die vorherrschende Rechtslage hemme die Bereitschaft der großen Telekomanbieter in die Infrastruktur zu investieren, weil in diesem Bereich nichts zu verdienen sei.

Als Anreiz für Investitionen regt die Studie an, die Telefongrundgebühren von 8 auf 20 Euro pro Monat anzuheben. "Mit diesen zusätzlichen Einnahmen", meint Studienautor Kreutzer, "könnten die Telekomanbieter locker Geld in die Hand nehmen, um Leitungen von der Telekom Austria zu übernehmen." (APA)

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