Tirol: Mysteriöser Tod zweier Deutscher bei Unfall weiter ungeklärt

13. Oktober 2002, 13:49
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Ermittlungen auf Hochtouren - Wettrennen nicht ausgeschlossen

Innsbruck - Ein Verkehrsunfall im Tiroler Außerfern, bei dem am Samstag zwei Deutsche getötet worden sind, hat die Exekutive am Sonntag weiter vor ein Rätsel gestellt. Die Ermittlungen über einen möglichen Zusammenhang mit einem weiteren Unfall in unmittelbarer Nähe waren vorerst in vollem Gange. Ein Wettrennen zwischen den beiden Fahrzeugen werde nicht ausgeschlossen, teilte die Gendarmerie mit.

Kriminaltechnische Untersuchungen sollen nun klären, ob zwischen den Autos eine Berührung stattgefunden habe, erklärte ein Beamter der Gendarmerie Lermoos. Der deutsche Lenker, der sein beschädigtes Fahrzeug einfach am Unfallort zurück gelassen und sich nach Deutschland abgesetzt hatte, bestreite jeden Zusammenhang mit dem Unfalltod der Beiden.

Der alkoholisierte 20-Jährige hatte die Toten aber gekannt. Sie waren zusammen bis in die Morgenstunden des Samstag auf einer Geburtstagsfeier in Ehrwald gewesen. Nach Angaben des 20-Jährigen hätten sie gemeinsam Richtung Garmisch fahren wollen, er sei dann aber mit seinem Auto früher losgefahren. Er habe die Anderen auch nicht mehr im Rückspiegel gesehen oder sei von ihnen überholt worden.

Fest stehe, dass ein Fahrzeuglenker gegen 6.30 Uhr die Gendarmerie in Reutte verständigt habe, weil er auf der Ehrwalderstraße in Fahrtrichtung Deutschland am Fahrbahnrand einen stark beschädigten Pkw entdeckt hatte. Das Auto war zuvor gegen die linke Straßenböschung sowie gegen einen Leitpflock geprallt. Der 20-Jährige konnte im Zuge der weiteren Ermittlungen an seiner Wohnadresse in Deutschland ausfindig gemacht werden. Er hatte seinen Bruder in Deutschland angerufen und sich von diesem zurück nach Garmisch bringen lassen, ohne den Unfall zu melden.

Während der Aufräumarbeiten entdeckte die Feuerwehr gegen 7.40 Uhr, dass etwa 50 Meter von der Unfallstelle entfernt ein weiterer Pkw auf dem Dach im Loisachbach lag. Die beiden Fahrzeuginsassen im Alter von 20 und 23 Jahren hatten sich nicht mehr aus dem Auto befreien können und kamen bei dem Unfall ums Leben.

Ob sie ihren tödlichen Verletzungen erlegen oder im Wasser ertrunken waren, soll bei einer gerichtsmedizinischen Untersuchung geklärt werden. Mit weiteren Erkenntnissen könne frühestens am Montagnachmittag gerechnet werden, sagte der Gendarmeriebeamte. (APA)

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