Bali

13. Oktober 2002, 12:21
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Bali - Mit Bali verknüpfen sich für die meisten Europäer Bilder von palmengesäumten Traumstränden, luxuriösen Hotels und farbenprächtigen Tempeln. In den letzten Jahren spielte der Tourismus eine immer wichtigere Rolle für das Wirtschaftsleben auf der Insel. Sollte der blutige Anschlag vom Samstagabend dazu führen, dass die jährlich Hunderttausendem von ausländischen Urlaubern der "Insel der Götter" den Rücken kehren, wäre dies nicht nur ein zerstörerischer Schlag für die balinesische Wirtschaft, sondern für ganz Indonesien, das sich noch immer bemüht, die Folgen der asiatischen Finanzkrise Ende der 90er Jahre zu überwinden.

Kuta Beach, Schauplatz des verheerenden Anschlags, ist eines der wichtigsten Tourismuszentren auf Bali. Dort befinden sich hunderte Restaurants, billige Unterkünfte, Nachtclubs und Souvenirläden. Jeden Abend füllen sich die Straßen mit trinkenden und tanzenden Urlaubern.

Im ansonsten muslimisch geprägten Indonesien nimmt die "Insel der Götter" eine Sonderstellung ein: Die Kultur der rund drei Millionen Einwohner wird hauptsächlich vom Hinduismus bestimmt, nur im Norden gibt es einen stärkeren islamischen Einfluss. Bei der Mehrheit der Bevölkerung handelt es sich indigene Balinesen, doch gibt es auch zahlreiche Einwanderer aus anderen Teilen Indonesiens. In den Städten finden sich zudem kleinere indische, arabische und chinesische Gemeinden. Im Gegensatz zum Rest Indonesiens gilt der Lebensstil auf Bali als ausgesprochen relaxed; Alkohol wird ebenso toleriert wie andere Ansprüche westlicher Touristen - beispielsweise ein abwechslungsreiches Nachtleben.

Bali ist eine relativ kleine Insel, rund 145 Kilometer lang und 95 Kilometer breit. Es ist eine der mehr als 13.000 Inseln, aus denen sich die Republik Indonesien - der bevölkerungsreichste islamische Staat der Erde - zusammensetzt. Neben dem Tourismus sind Landwirtschaft (Reis, Tabak, Vanille, Kaffee, Kautschuk) die wichtigsten Einnahmequellen der Balinesen.

Bali zeigte sich weitgehend immun gegen die politischen, religiösen und ethnischen Kämpfe, die Indonesien in den vergangenen fünf Jahren während des Übergangs von der Diktatur zur Demokratie erschüttert haben. Die Mehrheit der Inselbewohner stimmte bei den Parlamentswahlen vor drei Jahren für die Partei von Präsidentin Megawati Sukarnoputri.(APA/AP)

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