Enron-Pleite: Sieben Investmentbanken auf Schadensersatz verklagt

13. Oktober 2002, 19:16
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Britische Bank zieht wegen Falsch-Beurteilungen vor Gericht

Washington - Im Pleite-Skandal um das US-Energieunternehmen Enron hat eine britische Bank sieben Investmenthäuser in New York auf 80 Millionen Dollar (81,2 Millionen Euro) Schadensersatz verklagt. Abbey National wirft den Banken vor, sie hätten von der desolaten Lage des Unternehmens wissen müssen, als sie Schuldtitel der Enron-Partnerschaft Marlin Water Trust empfahlen, zitieren US-Medien aus der Klage, die am Freitagabend in New York eingereicht wurde. In der Klageschrift seien unter anderem die Credit Suisse Group, die Deutsche Bank AG und J.P. Morgan Chase genannt.

Abbey National Treasury Services hat sich nach eigenen Angaben im Sommer vergangenen Jahres auf die Einschätzung der Investmentbanken verlassen, als es die Schuldtitel kaufte. Marlin Water Trust war eine der ins Zwielicht geratenen Partnerschaften, die Enron nicht in den eigenen Büchern führte. Abbey sei davon ausgegangen, dass hinter Marlin Water ein finanzstarkes Unternehmen - Enron - stehe und die Auszahlung der Papiere im Sommer 2003 damit sicher sei, zitierten US- Medien aus der Klageschrift.

Enron enthüllte wenige Wochen nach dem Kauf der Papiere bis dahin versteckte Schulden in Millionenhöhe. Das Unternehmen beantragte im Dezember Gläubigerschutz. Die Investmentbanken haben sich in den vergangenen Monaten gegen den Vorwurf verwahrt, sie hätten die Finanzlage Enrons nicht sorgfältig genug analysiert oder die dubiose Buchführung des Unternehmens wissentlich gebilligt. (APA/dpa)

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