Direktor sieht "positives Signal"

7. Oktober 2003, 19:31
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Abschlussbilanz von Neumann: Besucherplus ist "Zeichen von Stabilität"

Frankfurt/Main - Etwas mehr Besucher (265.000), weitgehend zufriedene Aussteller und ein erfolgreicher Gastlandauftritt Litauens - diese Bilanz zog am Montag der neue Buchmessen-Direktor Volker Neumann nach der 54. Frankfurter Buchmesse. Er sprach von einem "positiven Signal in schwieriger Zeit" und aufkeimendem Optimismus in der Buchbranche.

Die 54. Frankfurter Buchmesse dürfte insgesamt als ruhige Arbeitsmesse in die Annalen eingehen. Von einer Krise der Buchbranche war freilich auch nicht viel zu spüren.

Der größte Rummel galt "Modern Talking"-Sänger Dieter Bohlen, Altrocker Udo Lindenberg und den Klitschko-Boxbrüdern: Bohlen hat mit seinen nicht selbst zu Papier gebrachten Erinnerungen einen Verkaufs-Coup gelandet.

Die 6.375 Aussteller aus 110 Ländern äußerten sich in einer Umfrage weitgehend zufrieden mit dem Lizenzgeschäft. Auch die kleineren und mittleren Verlage konnten gute Abschlüsse machen oder einfädeln. "Die osteuropäischen Märkte sind wacher und aktiver geworden", resümierte Christoph Links, Chef des gleichnamigen Berliner Verlags, am Montag. Die Buchmesse habe gerade kleineren und mittleren Verlagen den Rücken gestärkt, meinte der scheidende Sprecher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Eugen Emmerling. "Sie haben wieder mehr Selbstbewusstsein", sagte er. Die für das Gesamtjahr erwartete schwarze Null - negativ ausgedrückt: Stagnation - im Buchhandel sei im Vergleich zu anderen, noch stärker von der Wirtschaftsflaute betroffenen Branchen geradezu Anlass für Optimismus.

"Nicht der große Durchbruch"

Neumann sagte, das Besucherplus von 2,6 Prozent sei "zwar nicht der große Durchbruch", aber angesichts des allgemein rückläufigen Besuchertrends bei Messen ein "Zeichen von Stabilität". Die Zahlen des Jahres 2000 - mehr als 300.000 Besucher - seien aber noch nicht wieder erreicht, räumte Neumann ein. Deutlich mehr private Bücherfreunde hätten in diesem Jahr die Hallen bevölkert. Am Samstag und Sonntag wurden insgesamt etwa 7,5 Prozent mehr Besucher gezählt als 2001. Darunter seien auffallend viele Kinder und Jugendliche gewesen, die vom Comic-Zentrum und den Angeboten der Kinder- und Jugendbuchverlage angezogen worden seien.

Für die Messe im nächsten Jahr - die erste, die seine Handschrift tragen wird - überlegt Neumann, die Hallen an den Publikumstagen bis 22.00 Uhr statt 18.30 Uhr geöffnet zu lassen. Auch werde erwogen, am Messemontag den Verlagen den Verkauf von Büchern "nach bestimmten Spielregeln" zu gestatten. Die Organisatoren des Litauen-Schwerpunkts, die nach Ansicht Neumanns "mit kleinem Budget und intelligenter Planung einen anspruchsvollen und lebendigen Auftritt" auf die Beine gestellt haben, gaben sich zufrieden.

Die 55. Frankfurter Buchmesse dauert vom 8. bis zum 13. Oktober 2003. Als Gastland präsentiert sich Russland. (APA/dpa)

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