Studie prangert Telekom-Liberalisierung an

13. Oktober 2002, 11:20
4 Postings

Rückgang von Investitionen, Steuereinnahmen und Jobs - Für Erhöhung der Telefongrundgebühr

Wie das das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, übt eine Studie des Beratungsunternehmens Kreutzer Fischer & Partner heftige Kritik an der seit fünf Jahren laufenden Öffnung des Telekommarktes.

Weniger Investitionen

Neben dem Beschäftigtenrückgang, so die Bilanz der Studie, habe nach fünf Jahren freien Wettbewerbs die Bereitschaft, Geld in Leitungen zu stecken, deutlich nachgelassen. Die Investitionen seien seit 1998 um mehr als eine Milliarde Euro zurückgegangen. Außerdem hätten die Preissenkungen und Rationalisierungen zu einer um 3,8 Milliarden Euro geringeren Wertschöpfung und zu Steuerverlusten von neun Millionen Euro seit 1998 geführt.

Starr

Laut Studie sind die Regeln für die Marktöffnung so starr, dass sie den Wettbewerb verzerren. Profitieren würden vor allem jene Unternehmen, die nicht investieren, sondern bloß Leitungen der Telekom Austria anmieten. Die vorherrschende Rechtslage hemme die Bereitschaft der großen Telekomanbieter in die Infrastruktur zu investieren, weil in diesem Bereich nichts zu verdienen sei.

Für Erhöhung der Telefongrundgebühr

Als Anreiz für Investitionen regt die Studie an, die Telefongrundgebühren von acht auf 20 Euro pro Monat anzuheben. "Mit diesen zusätzlichen Einnahmen", meint Studienautor Kreutzer, "könnten die Telekomanbieter locker Geld in die Hand nehmen, um Leitungen von der Telekom Austria zu übernehmen."(red)

Share if you care.