Federer heißt der Sieger

4. Oktober 2003, 13:59
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Der Schweizer feiert in der Stadthalle einen Vier-Satz-Sieg über Jiri Novak - Tränen bei der Siegerehrung - Auch Jürgen Melzer geehrt

Wien - Erstmals in der 28-jährigen Geschichte des großen Tennis-Turniers in der Wiener Stadthalle kommt der Sieger aus der Schweiz: Der als Nummer sechs gesetzte Roger Federer rang die Nummer fünf, den Tschechen Jiri Novak, nach 2:09 Stunden mit 6:4,6:1,3:6,6:4 nieder und holte damit vor 5.000 Zusehern nicht nur seinen insgesamt vierten Titel, sondern auch den Siegerscheck in Höhe von 119.750 Dollar. Nach Sydney und Hamburg sein dritter in diesem Jahr. Federer erhielt eine Kristall-Trophäe von Swarovski überreicht.

Melzer als bester Österreicher geehrt

"Ich bin überwältigt. Es war eine unglaubliche Woche für mich", freute sich Federer, übrigens knapp zehn Wochen jünger als Österreichs Hoffnung Jürgen Melzer. Letzterer wurde nach dem Finale von Stadthallendirektor Peter Gruber als bester Österreicher des diesjährigen Turniers mit einer Uhr und freiem Eintritt in der Stadthalle für ein ganzes Jahr geehrt. Melzer war im Viertelfinale dem späteren Finalisten Jiri Novak unterlegen.

Zu Ehren eines Freundes

Federer brach im Zuge der Siegerehrung in Tränen aus, als er sich beim Interview an seinen im August verstorbenen, sehr guten Freund und Mentor Peter Carter erinnerte. Der Australier, der auch als Schweizer Daviscup-Coach fungiert hatte, war bei einem Autounfall in Südafrika ums Leben gekommen. "Ihm widme ich diesen Sieg", sagte der Schweizer.

Dominant von Beginn an

Federer hatte das Endspiel von Beginn an diktiert, sein Sieg stand eigentlich nie in Frage. Mit einem Break zum 6:4 gewann er Satz eins. Danach musste der Baseler seinen Aufschlag zwar abgeben, doch mit sechs Games en suite gelang ihm die 2:0-Satzführung. Dann hatte Novak seine stärkste Phase, im achten Game durchbrach er den Aufschlag des kurz schwächelnden Federer und holte den dritten Satz.

Federer Siebenter im Champions-Race

Der einzige Breakball im vierten Satz war auch der erste Matchball und den "nützte" Federer zum Titelgewinn. "Das war schon glücklich", gab Roger zu. Alles in allem ist Federer aber ein würdiger Sieger des Turniers. Mit dem Wien-Triumph arbeitete sich Federer in die Top 7 des Champions Race 2002 und erhöhte damit seinen Chancen, beim Masters-Cup in Shanghai dabei zu sein.

Vielleicht doch noch ein Titel für Novak

Für den 27-jährigen Novak blieb wohl ein bisschen ein bitterer Nachgeschmack: Nach sechs Semifinal-Teilnahmen hatte er in seinem bisher erfolgreichsten Jahr endlich den Einzug ins Endspiel geschafft, auf seinen ersten Einzel-Turniersieg seit Gstaad im Vorjahr muss er dennoch weiter warten. Im darauf folgenden Doppel-Finale hatte Novak an der Seite von Radek Stepanek die Chance, doch noch einen Wien-Titel zu holen. (APA)

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    Federer siegt als erster Schweizer in der Wiener Stadthalle

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