500 Moslem-Geistliche drohen USA mit Fatwa

12. Oktober 2002, 16:20
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Heiliger Krieg gilt im Fall eines Angriffs

Bagdad - Rund 500 Moslem-Geistliche und ihre Schüler im Irak haben den USA für den Fall eines Angriffs den "Heiligen Krieg" angedroht. In einem am Samstag in Bagdad verabschiedeten religiösen Edikt, einer sogenannten Fatwa, heißt es: "Wenn es, was Gott verhüte, zu der Aggression kommt, ist es die Pflicht eines jeden wehrhaften Moslems, der bösen US-Administration den Heiligen Krieg zu erklären." Das Ziel dabei sei, dem Feind "den Boden unter den Füßen zu verbrennen".

Die "Fatwa" ruft die Gläubigen zugleich dazu auf, sich im Fall eines "Heiligen Krieges" zum Kampf auf die Seite Iraks einzureihen, amerikanische Einrichtungen anzugreifen und einen Wirtschaftsboykott gegen die USA und ihre Verbündeten einzuleiten. "Wenn sie versuchen, anzugreifen, werden sie in jedem Sandkörnchen, in jedem Berg und Tal ein Feuer finden, dass ihnen die Erde unter den Füßen verbrennt", droht der Spruch.

US-Präsident George W. Bush ist vom Kongress dazu ermächtigt, militärische Schritte gegen den Irak einzuleiten, sollte sich der Irak seiner Verpflichtung, alle verbotenen Rüstungsprogramme offen zu legen, widersetzen. Die Regierung in Bagdad hat bestritten, über Massenvernichtungswaffen zu verfügen, deren Entwicklung dem Land durch UNO-Resolution verboten ist. Die irakische Regierung hat den USA vorgeworfen, die Verdächtigungen seien nur ein Vorwand, in Wirklichkeit gehe es den USA um Kontrolle der Region und ihrer Ölvorräte. (APA/Reuters)

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