Überstunden-"Boykott" der ÖBB-Lokführer

12. Oktober 2002, 11:03
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54 Personen-, 17 Regionalzüge fielen im Raum Wien aus - Auch für Sonntag ähnliche Situation erwartet

Wien - Von dem gestern, Freitag, angelaufenen "Boykott" der Überstunden durch die Lokführer der ÖBB waren auch heute, Samstag, zahlreiche Bahnverbindungen im Raum Wien betroffen. Bei der S-Bahn gab es 54 Ausfälle, wie ÖBB-Sprecher Andreas Rinofner auf Anfrage der APA mitteilte. Zudem "standen" 17 Güterzüge.

Für den morgigen Sonntag werde eine ähnliche Situation erwartet. Am Samstag waren - anders als Tags zuvor - keine Regionalzüge ausgefallen, einfach deshalb, weil diese am Wochenende nicht auf dem Fahrplan standen.

Für die "stornierten" S-Bahnverbindungen wurde an den Außenästen - d.h. außerhalb des Stadtgebietes, in dem ja Ausweichmöglichkeiten durch die Wiener Linien zur Verfügung stehen - Schienenersatzverkehr eingerichtet. Reisende erhalten Auskünfte im Mobilitäts-Callcenter der ÖBB unter der Telefonnummer 05-1717.

Auslöser der Aktion sind laut Gewerkschaft "bis an die Grenze der Belastbarkeit gehende Überstunden" der Lokführer auf Grund der vom Verkehrsministerium angeordneten Sparmaßnahmen. Rinofner betonte, dass der ÖBB-Vorstand "selbstverständlich an Verhandlungen so schnell wie möglich interessiert ist. Die Tür zum Verhandlungstisch steht offen." Die Bahn-Verantwortlichen hätten es nicht "goutiert", dass eine solche Vorgangsweise zum Nachteil von Unternehmen und Kunden ohne vorherige Verhandlungen gewählt worden sei. Morgen, Sonntag, könnte es zu einer Gesprächsrunde von Gewerkschaft und Vorstand kommen, allerdings konnte der Termin Samstag Vormittag noch nicht bestätigt werden. (APA)

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