Coaching und die Gefahren

28. April 2004, 13:50
posten

"Ein guter Coach arbeitet mit dem gesamten Spektrum an Lehren"

"Der schillernde Begriff Coaching ist ein wahrer Gummibegriff", so Claudia Daeubner, Managing Partner von Success & Career Consulting International. Der stetige Anstieg der Coaching-Nachfrage lässt Coaches "wie Pilze aus dem Boden schießen".

Einer Studie der "Harvard Business Review" zufolge stieg die Zahl in Amerika von 2000 im Jahre 1996 bis heute auf über 50.000 Coaches.

Coaching-Richtungen

Mit dieser Entwicklung ging einher, dass sich auch verschiedene Coaching-Richtungen herausbildeten. In Österreich hat sich im Wesentlichen Corporate Coaching, Mental Coaching und Systemisches Coaching entwickelt.

Der erfahrene Executive Coach Claudia Daeubner sieht dabei folgendes Problem: "Meist haben Coaches nur eine Ausbildung einer bestimmten Richtung genossen. Doch ein guter Coach arbeitet mit dem gesamten Spektrum", betont die langjährige Headhunterin, die seit etwa vier Jahren Topmanager coacht.

Die Zielsetzung und Grundidee: Im Unterschied zu Trainings in der Gruppe ist Coaching individuell, leise und diskret. Gerade bei Positionen mit großer Verantwortung ist Coaching zunehmend akzeptiert.

Amerikanische Manager zahlen bereits Tageshonorare von 1500 Dollar (1539 Euro) bis 15.000 Dollar (15.394 Euro), und auch hierzulande wächst die Bereitschaft, immer tiefer in die Tasche zu greifen. Jene, die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen, sollten folgende wichtige Fragen beachten:

  • Wie stellt sich die Ausgangs- und Problemsituation dar? (Leadership-Manko, Konflikte, nahender Burn-out)?
  • Welche Art von Coaching wird benötigt (Performance Improvement, Mediation, Work-Live-Balance)?
  • Welche Referenzen kann der Coach vorweisen?
  • Welche Ausbildung hat der Coach?
  • Wie sieht seine Einstellung zu den anderen Coaching-Richtungen aus?
  • Wann leitet der Coach seinen Klienten an einen geeigneteren Kollegen weiter, und vor allem, an wen?
  • Wie schnell löst sich der Coach wieder von seinem Klienten?
    Vorsicht ist besonders bei "Langzeitcoaching" geboten, dahinter steckt, so Daeubner, meistens akuter Auftragsmangel des Coaches.

Daeubner selbst greift auf eine umfassende amerikanische Executive-Coaching-Ausbildung zurück und bietet ab November einen Lehrgang für Executive Coaching an der Webster University Vienna an. (Fridolin Angerer/DER STANDARD, Printausgabe, 12./13.10.2002)

Infos

Success & Career Consulting International
Tel. (01) 494 8136
www.scci.at
  • Buchtipp Claudia Daeubner "Kapitalkiller Konflikt/Kompetent Konflikte Knacken"Überreuter 220 Seiten, 
24,90 €

    Buchtipp

    Claudia Daeubner
    "Kapitalkiller Konflikt/Kompetent Konflikte Knacken"
    Überreuter
    220 Seiten, 24,90 €

Share if you care.