Steiermark-Rallye: Stohl protestiert gegen Sieger Sperrer

13. Oktober 2002, 13:07
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Sperrer soll mehrmals die im Roadbook vorgeschriebene Strecke verlassen haben

Admont - Im Finish der spannenden österreichischen Rallye-Meisterschaft liegen die Nerven blank. Das Ergebnis der von Raphael Sperrer (Peugeot 206 WRC) gewonnenen Steiermark-Rallye ist inoffiziell, weil der zweitplatzierte Titelkonkurrent Manfred Stohl (Ford Focus WRC) Samstagnacht Protest eingelegt hat und auch gegen die Ablehnung seines Protests Einspruch eingelegt hat. Das Sportgremium der OSK muss nun innerhalb von 30 Tagen entscheiden.

Strecke verlassen

Was war passiert? Der führende Stohl hatte sich am zweiten Tag zunächst mit den Reifen völlig vergriffen und damit die Führung an Sperrer abgeben müssen. Der Oberösterreicher gewann am Ende souverän mit 27 Sekunden Vorsprung auf Stohl, der Wiener reagierte mit einem Protest, weil seiner Meinung nach Sperrer zumindest fünf Mal die im Roadbook vorgegebene Strecke verlassen habe.

Sperrer hatte wie viele andere Piloten auf die laut Roadbook vorgeschriebene Befahrung eines mit Fahrverbot gekennzeichneten und zur Sammelkontrolle in Admont führenden Schotterweges verzichtet, weil die STVO absolute Priorität hat. Auch der Rallyeleiter hat laut Peugeot-Team später die Unrichtigkeit dieser Streckenführung zugegeben.

STVO hat Priorität

Daher wurde der Stohl-Protest auch zurückgewiesen. Das OMV-Team des Wieners ging aber sofort in Berufung, die Siegerehrung wurde daraufhin ausgesetzt. "Es liegt mir fern, die Meisterschaft auf dem grünen Tisch zu entscheiden. Aber wir sind es unseren Sponsoren schuldig, dass die Regeln eingehalten werden. Und das war ein klarer Regelverstoß. Wir können uns nicht alles gefallen lassen", sagte Stohl, gegen den Sperrer Samstagfrüh einen Protest eingebracht hatte, weil der Wiener (erlaubterweise) auf der Etappe nachgetankt hatte. "Wir haben also damit nicht angefangen", so Stohl.

Sperrer hatte auch protestiert

Bei Peugeot hält man den Protest des Stohl-Teams insoferne für bemerkenswert, als Stohl selbst am Freitag auf genau jener bekrittelten Passage von der Gendarmerie angehalten worden war. Entspricht das offizielle Ergebnis dem Zieleinlauf von Samstag kann Stohl die T-Mobile-Meisterschaft nicht mehr aus eigener Kraft für sich entscheiden. Bei acht Punkten Vorsprung genügt Sperrer selbst bei einem Sieg Stohls beim Saisonfinale im Waldviertel (7.-9.11.) Platz zwei um sich den vierten Meisterschaftstitel in der Gruppe A zu sichern. (APA)

Inoffizieller Endstand der Steiermark-Rallye (16 Sonderprüfungen)

  • 1. Raphael Sperrer/Per Carlsson (Peugeot WRC) 1:22:42 Std.
  • 2. Manfred Stohl/Ilka Petrasko (Ford WRC) + 27 Sek.
  • 3. Beppo Harrach/Peter Müller (Mitsubishi/1. Gruppe N) 8:21 Min.
  • 4. Hermann Gassner/Karin Tannhäuser (Mitsubishi/2. Gr. N) 9:09
  • 5. Walter Kovar/Nina Wassnig (Mitsubishi/2. Gruppe N) 9:30

    Bestzeiten: 11 Sperrer, 7 Stohl (zweimal zeitgleich)

    Stand T-Mobile-Rallyemeisterschaft vor dem letzten Lauf im Waldviertel (7.-9. November):

    Gruppe A: 1. Sperrer 113 Punkte - 2. Stohl 105

    Gruppe N: 1. Gassner 110 - 2. Zellhofer 71 - 3. Harrach 65

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