"Unermüdliche Arbeit für den Frieden"

11. Oktober 2002, 21:50
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Weltweite Gratulationen an Carter - UN-Generalsekretär Annan über Verleihung "erfreut" - Prodi gratuliert Ex-US-Präsident "wärmstens"

Genf/Prag/Brüssel - Die Auszeichnung des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter mit dem Friedensnobelpreises ist international begrüßt worden. UNO-Generalsekretär Kofi Annan sei über die Wahl des Nobel-Komitees "erfreut" gewesen, sagte sein Sprecher Fred Eckhard am Freitag. UNO-Menschenrechtskommissar Sergio Vieira de Mello hob Carters Vermittlungsbemühungen in Osttimor hervor und betonte dessen "unermüdliche Anstrengungen" für Frieden und Menschenrechte. Er habe das "Privileg genossen, Jimmy Carter unmittelbar bei der Arbeit zu sehen", erklärte de Mello, der von 1999 bis 2002 UNO-Verwalter in Osttimor war.

EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat dem Carter "wärmstens" zur Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises gratuliert. In einem am Freitag in Brüssel veröffentlichten Brief würdigt Prodi Carters "unermüdliche Arbeit für den Frieden". Besonders hebt er das 1978 in Camp David unter Carters "starken persönlichen Einsatz" zustande gekommene Friedensabkommen zwischen Israel und Ägypten hervor.

Auch nach seiner Amtszeit habe Carter "in vielen Teilen der Welt" weiter mit "selbstlosem Einsatz" für Versöhnung, Demokratie und Frieden gewirkt. Prodi bezeichnet die Verleihung des Friedensnobelpreises an den früheren US-Präsidenten daher als "reich verdient". War Carter in seiner Amtszeit auch durchaus umstritten, so erwarb er sich danach großes Ansehen. In einem Bonmot wurde er einmal als "der beste Ex-Präsident, den die USA je hatten" bezeichnet.

Der tschechische Präsident Vaclav Havel lobte Carters Einsatz für die "Stärkung der Demokratie" und zur Lösung "zahlreicher internationaler Konflikte". Der frühere US-Präsident Bill Clinton erklärte in New York, niemand sei "würdiger" für den Friedensnobelpreis. Mit seinem Einsatz für Frieden und Menschenrechte inspiriere Carter noch immer junge und alte Menschen.

Zum dritten Mal in der Geschichte des Friedensnobelpreises treffen sich Mitte Oktober rund 20 Preisträger, Politiker und Vertreter internationaler Organisationen zu einem Gipfel in Rom. Zu dem Treffen unter dem Motto "Der Frieden zwischen Kriegsstürmen und Wasserkrise" sind nach Angaben der Veranstalter neben Carter unter anderen die Nobelpreisträger Michail Gorbatschow (1990), Shimon Peres (1994) und Lech Walesa (1983) eingeladen.(APA)

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