Wahlkampf ist: ÖVP gibt sich bürgernah

11. Oktober 2002, 20:26
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Bundeskanzler Schüssel mischt sich unters Volk: Händeschütteln, Autogramme geben, Geschäfte besuchen, ...

Wien - Es ist Wahlkampf. Das merkten spätestens am Freitag auch die Passanten auf der Wiener Mariahilfer Strasse. Schließlich hat die ÖVP für den Nachmittag zu "Bürgergesprächen" mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Wiener Spitzenkandidaten geladen. "Gegen 15.00 Uhr wird unser Spitzenkandidat Dr. Wolfgang Schüssel hier eintreffen", ertönte es einem am Treffpunkt vor der Barnabitenkirche aus Lautsprechern entgegen. "Sie haben dann auch die Möglichkeit für eine Gespräch mit ihm".

Wahlhelfer, gehüllt in gelbe Jacken mit dem Logo der ÖVP, verteilen schon fleißig Folder, das Liederbuch der Volkspartei und Schokomünzen an die Passanten. "Haben Sie schon alles bekommen?", wird man gefragt. Für das leibliche Wohl stehen Sturm, belegte Brote und Riesenbrezel zur Verfügung. Als der Kanzler schließlich eintrifft, geht's auch gleich los. Hände werden geschüttelt und Autogramme verteilt.

"Wir beginnen heute den Wiener Wahlkampf", so Schüssel zur Menge. Es sei schade, dass der Koalitionspartner das erfolgreiche Regierungsprojekt zu Fall gebracht habe, sagt Schüssel. Aber macht nichts. Wir kandidieren jetzt ja allein, meint der Kanzler. Anschließend geht für Schüssel das Bad in der Menge gleich weiter. Auch eine Schweizer Touristin holt sich eine Autogramm vom Kanzler. "Und lassen Sie mir die Schweiz schon grüßen", scherzt Schüssel zum Abschied. Für alle, die ein paar Worte mit dem Kanzler wechseln durften, gibt es dann auch noch ein Bild mit ihm aus der Sofortbildkamera dazu.

Neben Schüssel haben sich die Wiener Spitzenkandidaten wie Wiens ÖVP-Chef Alfred Finz, Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat, Kunststaatssekretär Franz Morak, Gesundheitssprecher Erwin Rasinger und andere mehr vor der Barnabitenkirche eingefunden. Aufgeteilt in vier Gruppen ziehen die ÖVP-Politiker dann in verschiedenen Routen durch Wien, um sich "unters Volks zu mischen" und Geschäfte zu besuchen.

Für Schüssel geht's weiter auf der Mariahilfer Strasse in ein Kaffeehaus. Mit Schmunzeln nehmen die Besucher den Wahlkampf-Tross wahr, der sich durch die Tür quetscht. Ein paar Worte werden an der Bar mit dem Personal gewechselt, der Kaffee probiert, Hände geschüttelt und weiter geht's in nächste Geschäft. "Wir wollten nur schauen wie es Euch geht", begrüßt der Kanzler die Angestellten in einem Sportarktikelgeschäft. Hier fühlt sich der Kanzler sichtlich wohl und entscheidet sich dann auch gleich für den Kauf von Laufbekleidung und Joggingschuhen. Probiert wird nicht, dazu fehlt die Zeit, schließlich warten noch andere Geschäfte. "Haben Sie wirklich Größe 43", will der Verkäufer wissen. Schüssel nickt. Auch hier wieder: Fotos, Autogramme, viele Hände schütteln. Ein Angestellter ist aber begeistert. "Jetzt ist's aber zugegangen", freut er sich. "Können's uns den Herrn Bundeskanzler nicht öfter schicken?"(APA)

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