Aufnahmen der Palk Strait bestärken Religionsforscher

13. Oktober 2002, 18:35
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Laut Ramayana-Epos Brücke zwischen Indien und Sri Lanka vor eineinhalb Millionen Jahren erbaut - NASA fand tatsächlich Spuren einer 18 Kilometer langen Brücke

Das Ramayana-Epos, so ist in einem Führer durch die indische Mythologie zu lesen, "schildert das Leben und die Taten Ramas, der als Inkarnation des Gottes Vishnus betrachtet wird und der in vorbildlicher Weise das Dharma lebt." In einer Episode macht Rama sich auf die Such nach seiner Frau Sita, die auf die Insel Lanka (Sri Lanka) entführt worden ist. "Mit einer Armee von Affen bauen sie eine Brücke aus Steinen von Indien nach Lanka." So weit, so alt, nämlich der Sage nach über eineinhalb Millionen Jahre her.

Vor wenigen Jahren machten Satelliten der NASA Bilder von der Palk Meeresenge zwischen den beiden Ländern. Auf ihnen wurden erstmals Spuren einer 18km(!) langen Brücke sichtbar. Sie besteht aus Sandbänken, gilt aber aufgrund der speziellen Krümmung und Zusammensetzung als von Menschenhand erreichtet.

Die seither erfolgten Untersuchungen sind von noch nicht geklärtem Wert für Archäologen, die an den Migrationsbewegungen der frühesten Vorfahren des Menschen interessiert sind. Auf fruchtbaren Boden aber fielen die Fotos jedenfalls bei Mythenforschern, die im Meer eine Bestätigung der Schilderungen aus Ramayana finden.

Nun wird anhand des Epos nach weiteren Entsprechungen gesucht, die den Mythos verorten soll - eine nicht unumstrittene Vorgangsweise, gibt es unter den Hindus doch viele, denen der diesseitige Aspekt der Erzählung kein Anliegen, vielmehr fast eine Störung ist. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12./13. 10. 2002)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Brückenbau gemäß der hinduistischen Mythologie

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