Zinshäuser als Anlage nachgefragt

11. Oktober 2002, 20:21
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Muzicant: Nachfrage größer als Angebot - Eugen Otto: Entspannung bei Büroimmobilien erst 2004

Der Zinshausmarkt ist wieder hochinteressant, sagte Ariel Muzicant, Geschäftsführer von Colliers Columbus, die Anlageform "wieder ein Insidertyp". Dutzende Private bewegen sich bereits als Käufer am Markt, meint der Experte. Die Nachfrage übersteige mittlerweile das Angebot bei weitem. Die Investoren kommen auf eine durchschnittliche Rendite von fünf bis sechs Prozent jährlich. "Wenn sie sich mit dem Haus beschäftigen, sind sogar acht bis neun Prozent drinnen", sagt Muzicant. Er fürchtet gar, dass die Produkte ausgehen. Denn: Ein Haus kaufen, ausbauen und halten sei derzeit die beste konservative Anlage. Ein "heißes Pflaster" sei Wien auch für Hotels. Bloß fehlt es an hervorragenden Liegenschaften.

Bei den Einzelhandelsimmobilien setzte sich der Trend fort: 1a-Standorte werden rarer und teurer, dafür verlieren immer mehr ehemalige gute Einkaufsstraßen wie die Josefstädter, die Lerchenfelder, die Reinprechtsdorfer Straße und Teile der Thaliastraße an Bedeutung. Die großen Filialisten wollen dort nicht mehr hin, betonte Muzicant. Allerdings boomen die Topstandorte wie das Donauzentrum, die SCS, die Kärntner- oder die Mariahilfer-Straße. Am Wohnungsmarkt erwartet Muzicant im Luxussegment im ersten Bezirk weiter steigende Preise. Qualität und Ausstattung werden aber immer wichtiger. Ein Luxuspenthouse in der City ist nicht unter 6000 bis 8000 EURO/m² zu haben. Dachbodenausbauten oder Palaiswohnungen in der City kosten zwischen 5810 bis 7270 EURO/m². Eine Wohnung im sanierten Altbau ist nicht unter 4000 bis 5090 EURO/m² zu haben. Und Wohnungen im ersten Bezirk aus den 50er- und 60er-Jahren liegen bei 2180 bis 3720 EURO/m².

Am hochwertigen Wiener Büroimmobilienmarkt erwartet NAI Otto Immobilien keine nachhaltige Entspannung in seinem jüngsten Marktbericht. Hochwertige Büroflächen in guten Lagen werden zwar nach wie vor nachgefragt, unter dem Strich "wird eine Erholung im Sinne eines ausgeglichenen Bildes zwischen Angebot und Nachfrage erst 2004 eintreten". Das seit zwei Jahren stark gesteigerte Interesse internationaler Immo-Fonds am Wiener Markt wird anhalten, prognostiziert Eugen Otto, Chef von NAI Otto Immobilien. (cr/DER STANDARD, Printausgabe, 12.10.2002)

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