AUA kontert Vorstoß der Billigflieger

14. Oktober 2002, 12:02
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Neue Diskontangebote nach Deutschland - Air Berlin landet in Wien

Wien - Ende kommender Woche ist es so weit: dann landet mit der Air Berlin der erste Billig- Carrier in Wien, wenig später folgt Germanwings. Die AUA reagierte darauf am Freitag mit extrem billigen Ticketpreisen Richtung Deutschland. So kann von Wien nach Köln oder Düsseldorf um 55 Euro (110 € Hin- und Rückflug) geflogen werden.

Die Aktion, die bis März 2003 läuft, betrifft auch die Bundesländer-Flughäfen, wo aber nur Hin- und Retourtickets verkauft werden. Graz, von wo ab Jänner die Styrian Airways nach München, Stuttgart, Düsseldorf und Frankfurt abhebt, wird dabei besonders bedacht. Die Angebote gelten ab 1. November. In den nächsten Wochen werden weitere Europa-Special-Preisofferte folgen.

Air Berlin kommt nach Wien

Ab 17. Oktober landet erstmals die Air Berlin täglich von Dortmund kommend in Wien. Bei vollem Service wirbt sie mit Tarifenab 59 Euro (oneway). Doch das billigste Angebot ist nur sehr begrenz verfügbar. Wer im Internet recherchiert, merkt, dass in der Regel der Preis mehr als doppelt so hoch ist. Doch auf der Strecke Wien-Dortmund ist die Air Berlin konkurrenzlos, denn weder die AUA noch die Lufthansa fliegen Dortmund an.

Am 27. Oktober kommt Germanwings dreimal täglich von Köln nach Wien. Geboten werden Tickets ab 29 Euro. Doch auch hier ergab die Internetrecherche: Für den 27. Oktober gibt es nur mehr Tickets ab 59 Euro (oneway).

Das AUA-Winter-Special ab den Bundesländern bietet um jeweils 55 Euro (oneway) Verbindungen von Graz nach Düsseldorf, Stuttgart und München. Düsseldorf wird auch von Salzburg und Linz aus bedient. Besondere Angebote gibt es auch in der Business-Klasse und für das Wochenende.

Risiko Golfkrieg

Der Ausbruch eines neuen Golfkrieges stellt laut internationalem Verband der Fluglinien, IATA, das größte Risiko für die Erholung der Luftfahrtbranche dar. "Ein Krieg würde alle unsere Berechnungen umwerfen, und die Zahlen sind bereits jetzt schlecht", sagte IATA- Generaldirektor Giovanni Bisignani.

Die Passagierzahlen würden sinken und die Kosten in die Höhe schießen. Außerdem müssten die Fluggesellschaften ihre Flüge umleiten und höhere Preise für Versicherungen und Treibstoff bezahlen. 2001 verloren die Fluggesellschaften weltweit 18 Milliarden Dollar (18,4 Milliarden Euro).

Selbst wenn es nicht zu einem Krieg am Golf kommen sollte, erwartet die IATA für heuer einen Verlust von zehn bis zwölf Milliarden Dollar. Bisignani sagte, falls der Preis für die Gallone (knapp vier Liter) Kerosin um nur einen US-Cent steige, würde dies die Treibstoffkosten der Fluglinien um 600 Mio. Dollar erhöhen. Der Kerosinpreis orientiert sich an den Preisen für Rohöl, die in den vergangenen Wochen aus Furcht vor einem Golfkrieg, der die Ölversorgung gefährden könnte, stark gestiegen waren. (Claudia Ruff/DER STANDARD Print-Ausgabe, 12.10.2002)

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