"Auf jedes Tief folgt die Sonne"

16. Oktober 2002, 19:06
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OeNB-Gouverneur Klaus Liebscher sieht für die Finanzbranche trotz anhaltender Börsen-Schwäche keinesfalls schwarz

Wien - Die Turbulenzen an den Aktienmärkten lassen heuer weltweit hohe Kurswertabschreibungen auf die Wertpapierbestände in Versicherungen und Banken erwarten. Laut Klaus Liebscher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), werden diese Abwertungen Auswirkungen auch auf die Ertragslage der Institute in Europa haben, die Finanzinstitute selbst jedoch nicht gefährden, da diese auf eine gute Kapitalausstattung verweisen könnten.

In Europa ist in den Augen von Liebscher zur Zeit generell "kein Grund für Pessimismus" gegeben, sondern "vorsichtiger Optimismus" durchaus angebracht. Der OeNB-Gouverneur verglich bei einer Kapitalmarkt-Enquete am Freitagnachmittag in Wien die jüngste Situation an den Finanzmärkten mit dem derzeit herbstlich-trüben Wetter: "Auf jedes noch so hartnäckige Tief folgt die Sonne".

Im Zusammenhang mit den Bilanzierungsaffären in den USA meinte Liebscher freilich, dass dort auch die Branchen selbst - also Unternehmer wie Wirtschaftsprüfer - einen Beitrag leisten müssten, dass sich die Wolkendecke lichtet. Auf die Glaubwürdigkeit des Finanzmarkts in Europa hätten die Vorkommnisse in den USA allerdings wenig Einfluss gehabt. Ausdrücklich begrüßt werden von Liebscher die Wohlverhaltensregeln im neuen österreichischen Corporate Governance Kodex. (APA)

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    Klaus Liebscher zeigt, wohin es mit der Finanzbranche geht.

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