In Österreich ist das Unfallrisiko höher als in den EU-Beitrittsländern

11. Oktober 2002, 15:50
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Gründe sind weniger Autos, 0,0 Promille und der Punkteführerschein

Wien  - Das Verkehrsunfall-Risiko in den benachbarten EU- Beitrittsländern Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien ist deutlich niedriger als in Österreich. Das zeigt der jüngste Vergleich des Verkehrsclub Österreich. Hauptgründe dafür seien der geringere Autoverkehr, ein dichtes Bahnnetz, der Punkteführerschein sowie die 0,0 Promille-Grenze beim Alkohol, hieß es am Freitag in der Aussendung des VCÖ.

Dieser fordert nun ebenfalls die Einführung des Punktführerschein in Österreich. In Österreich ist das Risiko, einen Verkehrsunfall zu erleiden, vier Mal so hoch wie in der Slowakei, fast drei Mal so hoch wie in Ungarn und doppelt so hoch wie in Tschechien. Die Gründe dafür sieht der VCÖ nicht nur im niedrigerem Motorisierungsgrad, sondern auch an der 0,0 Promille-Grenze in Ungarn, Tschechien und der Slowakei. "Untersuchungen zeigen, dass bei 0,5 Promille das Unfallrisiko doppelt so hoch ist wie bei 0,0 Promille", so Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut.

VCÖ fordert Punkteführerschein auch in Österreich

Weiters haben Ungarn, Tschechien und Slowenien den Punkteführerschein eingeführt, so der Experte vom VCÖ, der nun auch die Einführung dieses Systems auch für Österreich fordert. Nach einer Studie des Verkehrsclub könnte damit die Zahl der Verkehrstoten in Österreich um rund 15 Prozent verringert werden. "Wer den Punkteführerschein einführt, rettet jährlich das Leben von 100 bis 130 Menschen", betonte Rauh. Der VCÖ weist zudem daraufhin, dass auch der verstärkte Ausbau des Öffentlichen Verkehrs das Unfallrisiko senkt. So sei das Unfallrisiko beim Autofahren 40-mal höher als beim Bahnfahren.

In Österreich gibt es seit einigen Jahren einen alarmierenden Anstieg bei den Verkehrsunfällen mit Personenschäden: Seit dem Jahr 1995 ist die Zahl von 38.956 auf 43.073 im Jahr 2001 kontinuierlich gestiegen. (APA)

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