Frauen als Stiefmütter der eigenen Gesundheit

13. Oktober 2002, 21:36
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Eine neue Rheuma-Hotline bietet Informationshilfe an

Auf die Frage "Wer ist in Ihrer Familie für die Gesundheit der Familienmitglieder hauptsächlich verantwortlich?" antworteten in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Nielsen zwei Drittel der Befragten wie aus der Pistole geschossen "meine Frau/meine Mutter". Auch die Frauen selbst erklärten, dass sie die "Gesundheitswächterin" ihrer Familie sind. Damit wurde bestätigt, was jede aus ihrem privaten Umfeld kennt: Trotz Beschwerden schiebt man den Gang zum Arzt ewig auf, bis man sich den ständigen Ermahnungen der Partnerin/Mutter beugt.

Rheuma, Herzinfarkt oder Diabetes

Dass die Gesundheit der Familie Mutters Domäne ist, hat allerdings den gravierenden Nachteil, dass ihre eigenen Krankheiten oft übersehen werden. Das könnte der Grund sein, weshalb etwa Rheuma, Herzinfarkt oder Diabetes bei Frauen häufig erst sehr spät erkannt werden. Gerade die rheumatoide Arthritis (RA), eine äußerst schmerzhafte, entzündliche Form von Rheuma, tritt bei Frauen 3mal so oft wie bei Männern auf.

Früherkennung

Geschwollene bzw. schmerzende Gelenke können ein Anzeichen für Rheuma sein; viele Frauen trösten sich, die Schmerzen würden schon von selbst wieder vergehen. Das stimmt leider nicht, im Gegenteil ­ sie werden oft schlimmer, weil die Zerstörung des Bewegungsapparates voranschreitet. "Die frühzeitige Erkennung ist sehr, sehr wesentlich, da fatale zerstörerische Prozesse bereits in sehr frühen Stadien ­ manchmal sogar innerhalb des ersten Jahres ­ auftreten können", so Univ.Prof. Dr. Winfried Graninger, Rheumatologe am Wiener AKH.

Biologische Substanzen

"Entzündungsrheuma ist keine 'Alterserscheinung', die man ohne Gegenwehr hinzunehmen hat. Wenn die Behandlung früh beginnt und aktiv in den Krankheitsprozess eingreift, lässt sich viel Lebensqualität gewinnen", so der Rheumatologe. Beim Kampf gegen rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew (entzündliche Wirbelsäulenerkrankung) muss das Immunsystem daran gehindert werden, 'irrtümlich' körpereigenes Gewebe anzugreifen. "Die medikamentöse Behandlung beginnen wir neben den Schmerzmitteln mit Basistherapeutika, wie zB Methotrexat, Sulfasalazin oder Leflunomid. Können diese Medikamente das Fortschreiten der Gelenkszerstörung nicht ausreichend verhindern oder verursachen sie zu starke Nebenwirkungen, kommen zunehmend biologische Substanzen, so genannte Biologicals, zum Einsatz, die das Immunsystem mit seinen eigenen Waffen schlagen: Bei der rheumatoiden Arthritis werden Botenstoffe freigesetzt, die den Entzündungsprozess auslösen und forcieren." (red)

Rheuma-Hotline
Te.: 0 800 /1234 1111
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