RZB-Chef Rothensteiner warnt vor Bauspar-Schwächung

11. Oktober 2002, 14:25
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Aufrechnung "unglücklich" - Bankenchef weist auf bau- und konsum-ankurbelnde Vorteile des Bausparens hin

Wien - Dass von den Initiatoren der neuen, staatlich prämiengestützten Altersvorsorge ("Zukunftsvorsorge") öffentlich ständig darauf hingewiesen wird, dass hier weitaus höhere Erträge als beim Bausparen drin sind, ärgert die Banker: Walter Rothensteiner, Obmann der Bundeskreditsparte in der Wirtschaftskammer und Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank (RZB), ist über eine derartige Aufrechnung nicht glücklich. Er sei "sehr schwer dagegen", in dem Zusammenhang ein Jahrzehnte altes, bewährtes Produkt in Frage zu stellen, dessen bau- und konsumstimulierende Wirkung von volkswirtschaftlicher Bedeutung sei.

Wehret den Anfängen

Eine "Kannibalisierung" des Bausparens durch die mit höheren staatlichen Maximalprämien versehenen Zukunftsvorsorgeangebote (der Staat schießt bis zu 180 Euro pro Jahr zu) fürchtet Rothensteiner zwar nicht, er will aber möglichen Anfängen wehren. Der Staat wäre schlecht beraten, das Bausparsystem zu schwächen, meinte er am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Kreditwirtschaft würde sich dagegen mit Händen und Füßen wehren.

"Eins nach dem anderen"

Aus dem Raiffeisensektor hat bisher nur die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) unter ihrem Vorstandschef Ludwig Scharinger angekündigt, ab 1. Jänner 2003 die neue "Zukunftsvorsorge" anbieten zu wollen. Welche Pläne Rothensteiners Haus selbst damit hat, sagte er am Freitag nicht. "Eins nach dem anderen. Wenn der Staat Geld zu verteilen hat, werden wir einen Weg finden, dies anzubieten. Das sind wir unseren Kunden schuldig", sagte der RZB-Chef. (APA)

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