Kulturforum in NY: Rechnungshof kritisiert Baukosten

13. Oktober 2002, 20:15
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Mehrkosten durch nachträgliche nötige Änderungen, Mieten zu hoch

"Bedeutende Kostenüberschreitungen" stellt der Rechnungshof (RH) in seinem nun vorgelegten Wahrnehmungsbericht zu den beiden Bauprojekten des Außenministeriums - das Österreichische Kulturforum in New York und die Botschaft in Berlin - fest. Durch wegen nicht optimaler Standortwahl bzw. Raumnutzungs-Konzepten nachträglich nötige Planungsänderungen seien die Bauten verzögert und die Kosten erhöht worden, erklärte RH-Präsident Franz Fiedler Freitag in einer Pressekonferenz. Außerdem sei der Vertrag über die Anmietung der Gebäude von der Bundesimmobiliengesellschaft "nicht optimal", betonte RH-Präsident Fiedler.

Miete zu hoch

Der Rechnungshof hat dem Außenamt deshalb empfohlen, mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) über den Mietzins zu verhandeln. In New York könnten 5,5 Mill. Euro und in Berlin zwei Mill. Euro, jeweils auf 20 Jahre gerechnet, eingespart werden. Das Außenministerium habe auf diese Empfehlung positiv reagiert. Die Konstruktion, dass die BIG die Gebäude errichtete und vorfinanzierte und das Außenministerium sie dann von der BIG mietet, sei prinzipiell sinnvoll. Allerdings seien im Außenamt trotzdem noch sehr viele Mitarbeiter mit diesen Projekten beschäftigt gewesen.

Kostenüberschreitung durch nötige Planungsänderungen

Die Errichtungskosten für das Kulturforum in New York seien von ursprünglich 20,4 Mill. US-Dollar im Jahr 1995 nach neuerlichen Angebotseinholungen im Jahr 1998 mit 20,4 Mill. US-Dollar angesetzt worden - und seien im Juli 2002 bei 31 Mill. Dollar gelegen. Eine anerkannte Schlussrechnung liegt noch nicht vor, berichtete Fiedler. Er räumte ein, dass ein derartiges, auch unter "künstlerischen Aspekten" zu sehendes Bauwerk teurer sei als ein anderes - und betonte ausdrücklich, dass man die "künstlerisch-architektonische Seite" des von Raimund Abraham entworfenen Kulturforums nicht beurteile.

Mit dem nur 7,60 Meter breiten Grundstück in der 52. Straße in New York habe man sich - schon 1991 - für die schon damals teuerste und aufwändigste Lösung entschieden. Das 22-stöckige Bauwerk errege zwar "künstlerisch großes Aufsehen", aber "es ist von der Funktionalität her vielleicht doch nicht so optimal, wie sich das der Rechnungshof gewünscht hätte". Man habe sich bei den Raum- und Funktionsprogrammen an die räumlichen Gegebenheiten und nicht die funktionellen Erfordernisse anpassen müssen. Schwierigkeiten bei der Unterbringung des Kulturinstituts auf diesem "beengten Raum" seien absehbar gewesen. Durch Planungsänderungen während des Baues sei es dann auch zu den Kostenüberschreitungen gekommen.

"Ähnlich" sei es bei der Botschaft in Berlin: "Nicht ganz verständlich" sei für den RH hier, dass eine "derartig große Baufläche - deutlich größer als in Bonn - ausgewählt wurde". Durch Planungsänderungen und Verzögerungen seien die Baukosten hier von ursprünglich geplanten 18 Mill. Euro auf 22 Mill. Euro (Stand Jänner 2002) angestiegen. (APA)

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    Das 22-stöckige Österreichische Kulturforum in New York auf dem nur 7,60 Meter breiten Grundstück in der 52. Straße

  • Österreichische Botschaft in Berlin
    foto: österreichische botschaft

    Österreichische Botschaft in Berlin

  • Österreichische Botschaft in Berlin
    foto: berliner stadtentwicklung

    Österreichische Botschaft in Berlin

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