Gusenbauer: 300.000 Arbeitslose im Winter erwartet

11. Oktober 2002, 13:50
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Mittel für Qualifizierungsmaßnahmen sollen um 10 Prozent aufgestockt werden

Wien - 300.000 Arbeitslose im kommenden Winter befürchtet SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer. Dies sei alarmierend und eine "nationale Katastrophe". Um zu verhindern, dass immer mehr Jobsuchende in die Langzeitarbeitslosigkeit gedrängt werden, müssen die Mittel für Qualifizierungsmaßnahmen aufgestockt werden, so der SPÖ-Spitzenkandidat am Freitag bei einem Lokalaugenschein im AMS-Jobcenter im 5. Bezirk.

Im Detail müssten die Qualifizierungs-Mittel um 10 Prozent oder um rund 58 Mill. Euro angehoben werden, so Gusenbauer. Im laufenden Jahr stehen der Arbeitsmarktpolitik in Österreich insgesamt 807 Mill. Euro zur Verfügung, davon entfallen auf das Arbeitsmarktservice zur Finanzierung von Arbeitsmarktförderung 603 Mill. Euro.

Der dramatischen Situation am heimischen Arbeitsmarkt müsse dringend mit einer Ankurbelung der Wirtschaft gegengesteuert werden, so Gusenbauer. Dazu sei es notwendig durch eine Steuersenkung die Kaufkraft zu stärker, die Unternehmen mit Investitionsförderungen zu unterstützen sowie den Jobsuchenden ausreichende Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten. In wirtschaftlich schlechteren Zeiten müsse man investieren, in guten eisern sparen.

Für das Budget sei es kostengünstiger, wenn jetzt etwas gegen die Arbeitslosigkeit unternommen werde. Denn es gebe nichts teuerere für ein Land als Menschen ohne Arbeit. Die "Budgetexplosion" habe im Kernpunkt damit zu tun, dass die Arbeitslosigkeit in diesem Ausmaß angestiegen sei. (APA)

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