Chinua Achebe erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

7. Oktober 2003, 19:31
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Frankfurt/Main - Der nigerianische Schriftsteller Chinua Achebe nimmt an diesem Sonntag (13. Oktober) in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen. An der Feierstunde, die traditionell während der Buchmesse stattfindet, nehmen knapp 700 Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik teil. Die Laudatio auf den 53. Träger der renommierten Auszeichnung hält der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Theodor Berchem.

Weiters haben bisher zugesagt der ehemalige deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der scheidende deutsche Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin, sein Amtsvorgänger Michael Naumann und die bisherigen Friedenspreis-Träger Amos Oz, Assia Djebar und Karl Dedecius.

Achebe (71), der seit einem schweren Verkehrsunfall 1990 im Rollstuhl sitzt, reiste am Freitag von seinem Wohnort Annandale-on-Hudson im US-Staat New York nach Frankfurt. Er bleibt bis Dienstag in Deutschland. Auf einen Besuch auf der Buchmesse wird er nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verzichten.

Der vom Börsenverein seit 1950 vergebene Friedenspreis ist mit 15.000 Euro dotiert. Achebe ist nach dem früheren senegalesischen Staatspräsidenten Leopold Senghor 1968 und der algerischen Autorin Djebar im Jahr 2000 der dritte Preisträger vom afrikanischen Kontinent.

"Der Buchhandel ehrt mit Chinua Achebe eine der kräftigsten und zugleich subtilsten Stimmen Afrikas in der Literatur des 20. Jahrhunderts, einen unnachgiebigen Lehrer und Moralisten und vor allem einen großen Erzähler", lautete das Urteil der Jury. Achebe gelte als Begründer der authentischen englischsprachigen Romantradition Westafrikas. "Sein Stil ist stark geprägt durch die orale Erzählkunst seines Volkes, der er damit ein Denkmal setzt." Weltweiten Ruhm erhielt Achebe schon für seinen ersten Roman "Things fall apart" (deutsch 1959: "Okonkwo oder Das Alte stürzt"). Das Buch wurde in 50 Sprachen übersetzt und ist ein Klassiker der afrikanischen Gegenwartsliteratur. (APA/dpa)

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