SN Brussels Airlines kündigt schwarze Zahlen an

11. Oktober 2002, 13:33
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Sabena-Nachfolgerin will bereits 2003 ausgeglichen bilanzieren

Wien - Die belgische Sabena-Nachfolgerin SN Brussels Airlines will bereits im kommenden Jahr 2003 in die schwarzen Zahlen fliegen. Im laufenden Jahr soll der Verlust schon deutlich unter den erwarteten 80 bis 120 Mill. Euro liegen, SN Brussels Airlines werde bereits ausgeglichen ins nächste Jahr gehen, sagte Vorstandsdirektor Peter Davies am Freitag in Wien. Den Break-Even habe man bereits im zweiten Quartal 2002 erreicht.

Die relativ geringe Auslastung von knapp 60 Prozent im Sommer macht dem Airline-Chef dabei keine Sorgen, wesentlich wichtiger sei die Kostenstruktur, die man jetzt "gut im Griff" habe. "Die Sabena hatte auf manchen Strecken 100 Prozent Auslastung, das hat ihr auch nicht geholfen", sagte Davies zur APA. Die Durchschnittserträge je Passagier entwickelten sich "zufrieden stellend", die Cash-Situation sei mit rund 100 Mill. Euro stabil.

Ein möglicher Krieg gegen den Irak werde SN Brussels Airlines möglicherweise weniger betroffen als andere Gesellschaften, hofft Davies. Die junge belgische Fluggesellschaft fliegt derzeit nämlich nur Destinationen in Europa (37 Städte) und Afrika (13 Destinationen) an, die von einem militärischen Konflikt weniger betroffen sein sollten als der Transatlantik- und Asienverkehr.

SN Brussels bietet derzeit wöchentlich 24 Verbindungen von Wien in die "EU-Hauptstadt" Brüssel an. Geflogen wird vier Mal täglich, am Wochenende je zwei Mal. SN Brussels Airlines erreicht mit 91,3 Prozent Pünktlichkeit einen der besten Werte europaweit, weniger Verspätungen weist nur die rumänische Tarom auf.

Er hoffe, dass SN Brussels Airlines eine ähnlich wichtige Rolle für Wien spiele wie die im Vorjahr in den Konkurs geschlitterte Sabena, sagte Flughafen-Vorstandsdirektor Herbert Waniek. Mit insgesamt mehr als 53.000 Starts und Landungen sowie mehr als drei Millionen Passagieren habe die Sabena einen "Teil zur Erfolgsgeschichte des Flughafen Wien" beigetragen.

Die aus der Sabena-Tochter DAT hervorgegangene SN Brussels Airlines wendet sich in erster Linie an Geschäftspassagiere. Ein neuer Tarif (YTIME) ermöglichst künftig aber auch Economy-Pasagieren frei umbuchbare Tickets. Mit Anfang 2003 startet SN Brussels Airlines ihr eigenes Vielfliegerprogramm "Privilege". Mitglieder können die im Vorläuferprogramm Qualiflyer erworbenen Meilen ebenso mitnehmen wie ihren Status und die Mitgliedsnummer.

Die Flotte umfasst aktuell 32 Avro-Cityjets mit 82 bis 97 Sitzplätzen. Auf der Langstrecke kommen drei Airbus A330-300 zum Einsatz. Eigentümer der jungen belgischen Fluggesellschaft ist die SN Air Holding, hinter der etwa 50 belgische Großunternehmen stehen, darunter Tractabel, Fortis, KBC, Dexia, BBL und UCB. Beteiligt ist auch der Brüsseler Flughafen BIAC sowie die umliegenden Regionen. (APA)

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