Putin stellt Blair Zustimmung zu neuer Irak-Resolution in Aussicht

11. Oktober 2002, 13:22
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Berlin: Entscheidungen in den USA ändern nicht deutsche Position

Moskau/Berlin - Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem britischen Premierminister Tony Blair in Moskau eine Einigung über eine neue Irak-Resolution im Weltsicherheitsrat in Aussicht gestellt. "Die Möglichkeit einer gemeinsamen Entscheidung, darunter einer UNO-Resolution", sei nicht ausgeschlossen, sagte Putin am Freitag nach einem Treffen mit Blair in seiner Residenz Sawidowo bei Moskau. Putin sprach sich aber nicht ausdrücklich für die von den USA und Großbritannien geforderte neue scharfe Irak-Resolution aus.

"Wir stimmen ferner zu, dass man die negative Erfahrung der Arbeit der früheren Inspektoren im Irak berücksichtigen sollte", sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax. Russland trete für die Rückkehr der Inspektoren ein und sei deshalb zu einer Einigung über eine UNO-Resolution bereit, betonte der russische Präsident. Blair war am Vorabend mit dem erklärten Ziel nach Russland gereist, den Kreml von der Notwendigkeit einer neuen scharfen Irak-Resolution des UNO-Sicherheitsrates zu überzeugen.

Die deutsche Regierung lehnt indessen einen Militärschlag gegen den Irak weiterhin ab. Die Entscheidung des US-Kongresses, Präsident George W. Bush die Vollmacht für einen Angriff zu gewähren, änderten daran nichts, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. "Die Haltung der Bundesregierung ist eindeutig und bekannt", erklärte der Regierungssprecher. "Daran hat sich nichts geändert." Die Bundesregierung nehme die Entscheidungen zur Kenntnis und "respektiert dieses Ergebnis natürlich auch". (APA)

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