Schicksal von Mobilcom hängt weiter an France Telecom

11. Oktober 2002, 12:52
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Vor Fälligkeit des UMTS-Kredits kein neuer Investor in Sicht - Dennoch erneuter Aufschub absehbar

Auch kurz vor dem Ablauf der zweiten UMTS-Kreditstundung ist außer France Telecom kein Retter für die überschuldete deutsche Telefonfirma MobilCom in Sicht. "Wir verhandeln mit keinem anderen Investor", sagte MobilCom-Sprecher Matthias Quaritsch am Freitag.

"Erst am Montag wissen wir Bescheid"

Bis zum 14. Oktober hatten die Gläubigerbanken dem Büdelsdorfer Unternehmen einen zweiten Aufschub für die Refinanzierung des UMTS-Kredits in Höhe von 4,7 Mrd. Euro gewährt. Zum Verlauf der Verhandlungen mit France Telecom lehnte Quaritsch jeden Kommentar ab: "Erst am Montag wissen wir Bescheid und werden das Ergebnis bekannt geben." Laut Kreisen dürften nun die Kreditlinien der MobilCom noch einmal verlängert werden.

Langfristige Lösung

MobilCom hatte bereits einen zweimaligen Aufschub der ursprünglich Ende Juli fälligen Kreditlinie erreicht. Die Stundung bis zum 14. Oktober steht allerdings unter der Bedingung, dass eine Vorvereinbarung über eine langfristige Lösung der Finanzierung zwischen der France Telecom SA, Paris, und dem Bankenkonsortium Bestand behält.

Derzeit hält sich den Informationen zufolge der als Vermittler eingesetzte Dieter Vogel zu Gesprächen mit France Telecom in Paris auf. Dass Vogel bis zum Montag eine Lösung präsentieren könne, sei unwahrscheinlich. Daher werde voraussichtlich ein dritter Aufschub gewährt, allerdings dürfte es sich nur um Tage und nicht um Wochen handeln.

Sollte es nicht zu einer Einigung kommen um die Kredite fällig gestellt werden, müsste MobilCom Insolvenz anmelden. Für diesen Fall hat das Unternehmen bereits mit Klagen gegen die France Telecom gedroht.

Die MobilCom drückt ein Schuldenberg von insgesamt mehr als sechs Mrd. Euro. Das Unternehmen hofft weiterhin, dass die France Telecom ihren Vertrag erfüllt und die Schulden übernimmt. Der französische Konzern, der selbst mit rund 70 Mrd. Euro verschuldet ist, hatte Anfang September angekündigt, er wolle sich ganz aus dem deutschen Unternehmen zurückziehen. Seither steht der deutsche Anbieter vor der Pleite. Ende September hatte MobilCom-Chef Thorsten Grenz angekündigt, im Rahmen eines Sanierungsplans fast die Hälfte der 4.200 Vollzeitstellen zu streichen. (APA/vwd)

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