Khol wirft Grünen Schädigung Österreichs vor

11. Oktober 2002, 12:25
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Van der Bellen sieht "künstliche Aufregung" bei Khol

Wien - ÖVP-Klubobmann Andreas Khol hat den Grünen vorgeworfen, mit dem "Brandmarken" der ÖVP als rechtsextrem "ganz Österreich zu schaden, denn dadurch wird unser Land in Europa und der Welt wieder einmal fälschlicherweise als Hort des Bösen dargestellt". Gleichzeitig forderte Khol vom Grünen Bundessprecher Alexander Van der Bellen, sich vom "Grünen Extremismus zu distanzieren". Khol am Freitag in einer Aussendung: "Ich erwarte mir eine Entschuldigung des Grünen Bundessprechers für den Versuch von Eva Glawischnig, Madeleine Petrovic und Johannes Voggenhuber, die ÖVP und die österreichische Bundesregierung ins rechtsextreme Eck zu stellen, und ich fordere Van der Bellen auf, die Konsequenz aus dem untragbaren Verhalten von Ulrike Lunacek im Zusammenhang mit Israel zu ziehen und diese nicht mehr als Kandidatin für die Nationalratswahl aufzustellen."

Van der Bellen, der bei Aussagen anderer Parteien im Zusammenhang mit extremen oder rassistischen Ideologien immer eine besondere Sensibilität einfordere, müsse sich nun selbst an den eigenen Maßstäben orientieren und messen lassen, so der ÖVP-Klubobmann. Klargestellt werden müsse von Alexander Van der Bellen auch, "dass Pauschalkritik an Israel, die antisemitische Ressentiments begünstigt, untragbar ist, egal, von welcher Seite sie kommt". Das schließe die Abhaltung einschlägiger Veranstaltungen ein, "die eine solche Pauschalkritik ermöglichen und befördern".

Auch diesbezüglich sei ein klärendes Wort des Grünen Bundessprechers erforderlich, so Khol, für den klar ist: "Die Sensibilität, die Alexander Van der Bellen diesbezüglich immer wieder von freiheitlichen Politikern einfordert, muss auch für grüne Politiker gelten." Wenn Van der Bellen weiter schweige, "dann zeigt das, dass er erstens mit zweierlei Maßstäben misst und dass er zweitens, vor links-linken Ideologen in der eigenen Partei in die Knie geht", schloss der ÖVP-Klubobmann.

Van der Bellen sieht "künstliche Aufregung" bei Khol

Als "künstliche Aufregung" im Wahlkampf sieht der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen die Vorwürfe von ÖVP-Klubobmann Andreas Khol gegen die Umweltpartei. "Ich habe aus missverständlichen Äußerungen des Obmanns der Tiroler Grünen Bildungswerkstatt sofort die Konsequenzen gezogen, während wir immer noch auf die Distanzierung der ÖVP zu antisemitischen Äußerungen des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider im Wiener Wahlkampf oder die unsäglichen Aussagen des FPÖ-Volksanwalts Ewald Stadler mit der Gleichsetzung der Gräueltaten des Hitler-Regimes und der Besatzungszeit unter der Regierung Figl und Raab warten."

Khol hatte zuvor den Grünen vorgeworfen, mit dem "Brandmarken" der ÖVP als rechtsextrem "ganz Österreich zu schaden, denn dadurch wird unser Land in Europa und der Welt wieder einmal fälschlicherweise als Hort des Bösen dargestellt". Gleichzeitig forderte Khol von Van der Bellen, sich vom "Grünen Extremismus zu distanzieren". (APA)

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