Cannabis-Rekordfund in Ostösterreich

11. Oktober 2002, 18:03
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100 Kilogramm aus illegalen Hanfplantagen in Niederösterreich und dem Burgenland sichergestellt

Eisenstadt - Die Exekutive hat den bisher größten Fund von Cannabisprodukten in Österreich in einer groß angelegten Aktion im Burgenland und in Niederösterreich mitgeteilt: Auf vier illegalen Hanfplantagen, die teilweise in Ortsgebieten lagen, wurden insgesamt rund 100 Kilogramm Cannabiskraut sichergestellt, teilte die Sicherheitsdirektion Burgenland mit. Der Marktwert beträgt rund 700.000 Euro. Die Exekutive ortete die Plantagen mit Hilfe von Luftbildern.

Zwölf Festnahmen

Zu der Polizeiaktion ist es bereits in der Nacht auf den 22. September gekommen. Unter Federführung der Kriminalabteilung Burgenland schlugen Beamte des Bundeskriminalamtes und der "Cobra" gemeinsam mit der lokalen Exekutive zu. Bei den Festgenommenen handelt es sich um zehn Männer und zwei Frauen, allesamt im Alter um die 30 Jahre. Im Burgenland wurden im Bezirk Neusiedl am See drei Personen festgenommen, in Niederösterreich klickten im Bezirk Bruck an der Leitha zwei Mal die Handschellen. Jeweils ein Verdächtiger landete im Bezirk Liezen (Steiermark) sowie in Graz und in Innsbruck in Polizeigewahrsam. Außerdem wurden in mehreren Bundesländern insgesamt 16 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Bei dem gefundenen Produkten handelt es sich nach Angaben des Leiters der Kriminalabteilung Burgenland, Major Rainer Erhart, um "beste Qualität". Bei dem Einsatz wurden darüber hinaus geringe Mengen von Kokain sowie Amphetamine und Ecstasy sichergestellt.

Vier der Verdächtigen wurden inzwischen wieder aus der Untersuchungshaft entlassen.

Plantagen

Die Gruppe war laut Schindler nach dem Muster einer arbeitsteilig vorgehenden Organisation am Werk. Die Plantagen, drei von ihnen im Bezirk Neusiedl am See und eine weitere in Niederösterreich, befanden sich zum Teil in der Nähe von Ortschaften, in einem Fall im Ortsgebiet bei einem Wohnhaus. Eine der Plantagen mit rund 300 Hanfpflanzen, war knapp 100 Meter lang. "Von 'Zufallsprodukten' kann man hier sicher nicht sprechen", so Erhart.

Hanfpflanzen mussten erst geerntet werden

Als Herausforderung für die Einsatzkräfte gestaltete sich die Sicherstellung der umfangreichen Beweismittel. Zuvor mussten die Hanfpflanzen erst geerntet werden. Bei der Verarbeitung der Hanfpflanzen bewiesen die mutmaßlichen Cannabisproduzenten Einfallsreichtum: Ihre "Produktpalette" reichte vom einfachen "Gras", das in rund 20 Kisten zu fünf bis acht Kilogramm abgefüllt war, über Haschischöl - "das ist beste Qualität" - bis hin zu Keksen und Cannabis-Butter.

"Es gibt Hinweise, dass der Anbau schon seit Jahren stattfindet", meinte Schindler. Die Festgenommenen müssen zum Teil mit empfindlichen Strafen rechnen. (APA)

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