Real auf Rekordtief

11. Oktober 2002, 10:23
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Vertrauenskrise drückt brasilianische Währung

Sao Paulo - Die wirtschaftliche Vertrauenskrise hat in Brasilien die heimische Währung Real auf ein Rekordtief gedrückt. Im Devisenhandel der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo kletterte der Wert des US-Dollars am Donnerstag erstmals nach der brasilianischen Währungsreform von 1994 auf vier Real. Die brasilianische Währung fiel damit auf 0,25 Cent pro Dollar. Am Vortag hatte der Dollar noch bei 3,87 Real und Anfang des Jahres bei 2,30 Real notiert.

Politische Ungewissheit

Die politische Ungewissheit vor dem Regierungswechsel von Anfang nächsten Jahres ist laut Marktteilnehmer hauptverantwortlich für die Krise. Der sozialistische Kandidat Luiz Inacio Lula da Silva gewann am Sonntag die erste Runde der Präsidentenwahlen mit großem Vorsprung und gilt als großer Favorit in der Stichrunde vom 27. Oktober gegen den Bewerber der Mitte-Rechts-Regierung, Jose Serra.

Schuldtitel nächste Woche fällig

Der Abwertungsdruck auf den Real nahm außerdem zuletzt auch deshalb zu, weil am 17. Oktober brasilianische Währungsschuldtitel im Wert von 3,6 Mrd. US-Dollar (3,65 Mrd. Euro) fällig werden. Die Zentralbank in Brasilia hatte diese Woche einen kleinen Teil dieser Titel (etwa 600 Mill. Dollar) erneuern können. Es wird allerdings damit gerechnet, dass der größte Teil zurückgezahlt werden wird. (APA/dpa)

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