Schumacher, wer sonst?

14. Oktober 2002, 16:43
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Elfter Saisonsieg für den Weltmeister, der 144 Punkte im Jahr 2002 sammelte

Suzuka/Japan - Die Formel-1-Saison 2002 ist am Sonntag in Suzuka so zu Ende gegangen, wie sie am 3. März in Melbourne begonnen hatte - mit einem Erfolg von Weltmeister Michael Schumacher. Der 33-jährige Ferrari-Pilot krönte in Japan sein Superjahr mit einem souveränen Start-Ziel-Triumph und feierte damit den bereits elften Saisonsieg. Mit insgesamt 144 von 170 möglichen Zählern pulverisierte der Deutsche seinen Punkteweltrekord aus dem Vorjahr, als er 123 Zähler in den 17 WM-Läufen gesammelt hatte.

Ein unglaubliches Jahr

"Es war ein unglaubliches Jahr, die Resultate sprechen für sich. Die Qualität von Ferrari war in dieser Saison einfach phänomenal. Besonders freut mich, dass ich zum Abschluss den 70. Grand-Prix-Sieg für Bridgestone im 100. Rennen geschafft habe, das ist sicher ein besonderer Moment hier in Japan", erklärte "Schumi" nach dem 64. Erfolg seiner einzigartigen Karriere.

Die Weltrekorde

In Suzuka kam der Rheinländer zum insgesamt 22. Mal in Serie ins Ziel (letzter Ausfall am 29. Juli 2001 in Hockenheim) und nahm zum insgesamt 19. Mal in Folge an einer Siegerehrung teil (seit Platz vier am 16. September 2001 in Monza immer zumindest Dritter) - auch diese beiden Marken bedeuteten neue Weltrekorde in der Königsklasse des Motorsports, ebenso wie die Saisonbilanz des fünffachen Champion, der heuer in allen Rennen - elf Siege, sechs zweite und ein dritter Platz - den Sprung aufs Podest geschafft hat. "Das wird schwer zu wiederholen sein. Deswegen werde ich diesen Moment jetzt in vollen Zügen genießen."

Barrichello und Räikkönen am Podest

Hinter dem Saisondominator, der bereits am 21. Juli nach dem elften WM-Lauf in Magny-Cours - so früh wie kein anderer Fahrer zuvor - vorzeitig als Weltmeister festgestanden war, landete sein brasilianischer Teamkollege, Vizeweltmeister Rubens Barrichello, auf Platz zwei. Dritter wurde der Finne Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes, nachdem Ralf Schumacher in seinem 100. Grand Prix fünf Runden vor Schluss wegen eines Motorschadens an seinem Williams-BMW liegen geblieben war.

Montoya WM-Dritter

Auch der Schotte David Coulthard schied in der siebenten Runde wegen eines Elektronikproblems an seinem McLaren-Mercedes aus, damit ging Platz drei in der WM-Endwertung an den Kolumbianer Juan Pablo Montoya, der im Williams-BMW in Suzuka Vierter wurde. Und unter dem Jubel des japanischen Publikums fuhr Lokalmatador Takuma Sato im Jordan-Honda als Fünfter erstmals in die Punktränge. "Es war ein schöner Grand Prix für die japanischen Fans mit zwei Siegern: Takuma Sato und meiner Wenigkeit", meinte Schumacher.

Erfolgreichstes Fahrerduo

Mit ihrem fünften Doppelerfolg in Serie, dem neunten in dieser Saison und insgesamt 15., avancierten Schumacher und Barrichello zum erfolgreichsten Fahrerduo in der Formel 1. Bisher hatten diesen Titel der Brasilianer Ayrton Senna und der Franzose Alain Prost, die 1988 und 1989 für McLaren-Honda 14 "Doubles" geschafft hatten, inne. Und der Finne Mika Häkkinen und der Schotte David Coulthard waren in der Hochzeit von McLaren-Mercedes zwischen 1997 und 2000 auf insgesamt 13 Doppelerfolge gekommen.

Soviele Punkte wie die Konkurrenz

Wie überlegen Ferrari in dieser Saison war, beweist ein Blick auf die Konstrukteurs-Endwertung 2002: Mit 221 Punkten wies die "Scuderia", die als erstes Team der Geschichte die 200-Zähler-Marke geknackt hat, nach dem 17. WM-Lauf exakt so viele Punkte auf wie die zehn Teams umfassende Konkurrenz in Summe! "Es war ein wunderbares Ende einer phantastischen Saison", kommentierte "Rubinho", der heuer vier Siege holte, den Doppelerfolg von Japan, wo das als "Rote Göttin" gepriesene Wunderauto "F2002" erneut unantastbar war. (APA)

Endstand des Japan-Grand-Prix:

1. M.Schumacher (GER) Ferrari 1:26:59,698 Std.
(Schnitt: 212,644 km/h)
2. Barrichello (BRA) Ferrari + 0,506 Sek.
3. Räikkönen (FIN) McLaren-Mercedes + 23,292
4. Montoya (COL) Williams-BMW + 36,275
5. Sato (JPN) Jordan-Honda + 1:22,694
6. Button (GBR) Renault + 1 Runde
7. Heidfeld (GER) Sauber-Petronas + 1 R.
8. Salo (FIN) Toyota + 1 R.
9. Irvine (GBR) Jaguar-Cosworth + 1 R.
10. Webber (AUS) Minardi-Asiatech + 2 R.
11. R. Schumacher (GER) Williams-BMW + 5 R.

Nur diese elf Fahrer in der Wertung.

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    Der wahre Sieger von Japan: Lokalmatador Takuma Sato...

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    ...fuhr mit seinem Jordan auf Platz fünf und...

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    ...teilte seine Freude mit Teamchef Eddie Jordan.

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