PEN-Zentrum warnt

7. Oktober 2003, 19:31
posten

Zensur und Verfolgung von Autoren ist im Wachsen

Frankfurt - Politische Zensur und Verfolgung von Autoren nehmen nach Beobachtungen des PEN-Clubs wieder zu. Im ersten Halbjahr 2002 sei die Zahl der Fälle um 26 Prozent auf weltweit 887 gestiegen, teilte das Writers-in-Prison-Komitee (WiP) des deutschen PEN-Zentrums am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse mit.

16 Schriftsteller und Journalisten seien getötet worden, 15 verschwunden und 126 ins Gefängnis gekommen. Gegen 364 liefen Verfahren, 31 seien freigelassen worden, hieß es weiter. Zu den repressiven Ländern zählten Iran, Irak, Türkei, China, Vietnam, Algerien, der Sudan, Simbabwe und Kolumbien, sagte WiP-Beauftragte Karin Clark.

So musste der Jemenite Wajdi Al-Ahdal nach der Veröffentlichung eines Romans sein Heimatland verlassen, weil die Regierung ihm einen Verstoß gegen die Religion vorwirft. Ein einjähriges WiP-Stipendium gewähre Al-Ahdal Zuflucht in Deutschland. Zur Zeit hielten sich sechs Autoren aus Afrika, dem Iran und Russland mit einem solchen Stipendium in Deutschland auf. Immer mehr Städte schließen sich laut PEN diesem Writers-in-Exile-Programm an.

Wegen angeblichen Verrats von Staatsgeheimnissen sei PEN- Ehrenmitglied Nasser Zarafschan im Iran zu fünf Jahren Haft und 50 Peitschenhieben verurteilt worden, berichtete Clark. Dem russischen Journalisten Grigorij Pasko habe eine Anklage wegen angeblicher Spionage vier Jahre Arbeitslager eingebracht.

Und auch die neuen Medien spielen eine Rolle: Immer häufiger würden chinesische und tunesische Autoren wegen ihrer Veröffentlichungen im Internet verurteilt. (APA/dpa)

Share if you care.