Haupt strebt "sattes Ergebnis jenseits der 20 Prozent" an

10. Oktober 2002, 21:56
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Kärntner Spitzenkandidat: "Es zahlt sich aus, wenn die FPÖ in der Regierung ist" - FP- Chef Reichhold kam spät und sprach nicht

Villach - Die FPÖ will bei der Nationalratswahl am 24. November die Nummer Eins in Kärnten bleiben. "Wir treten aber auch an, um in Österreich ein sattes Ergebnis jenseits der 20 Prozent zu schaffen", sagte der Kärntner Spitzenkandidat Herbert Haupt Donnerstagabend beim Wahlkampfauftakt in Villach. Dieser Stand unter dem Motto: "Unser Weg für Kärnten."

Haupt verwies darauf, dass die FPÖ mit Kindergeld und Abfertigung Neu das umgesetzt habe, was 1999 für unmöglich erklärt worden sei. "Sozialkompetenz liegt bei uns Freiheitlichen. Die ÖVP versucht jetzt mit unseren Erfolgen, unsere Wähler zu sich zu holen", sagte er. Die Freiheitlichen müssten daher so stark werden, dass es weder Rot und Schwarz noch Rot und Grün geben könne. Haupt: "Ihnen wird es nicht gelingen, die Zeiger der Uhren wieder zurückzudrehen. Wir werden mit Sicherheit als Dritte über die Ziellinie gehen und so stark sein, dass Rot-Grün verhindert wird."

"Es zahlt sich aus, wenn die Freiheitlichen in der Regierung sind"

Es zahle sich aus, wenn die Freiheitlichen in der Bundesregierung sitzen, betonte der Minister. So sei es ihm und seiner Vorgängerin, Elisabeth Sickl, gelungen, 50.000 Arbeitsplätze für Frauen zu schaffen. "Das ist freiheitliche Politik", sagte er unter dem Beifall von etwa 500 Besuchern und fügte hinzu: "Sozialpolitik in Österreich wird es auch weiterhin unter Freiheitlicher Führung geben." Als eine der Forderungen nannte Haupt eine Steuerfreiheit bis 14.500 Euro Jahreseinkommen. Davon würden allein 63 Prozent aller ASVG-Pensionisten profitieren.

Im Hinblick auf die EU-Osterweiterung wiederholte der Kärntner Spitzenkandidat die bekannten Forderungen im Zusammenhang mit Benes-Dekreten in Tschechien und den Avnoj-Beschlüssen in Slowenien. "Wenn es um die Osterweiterung geht, muss die FPÖ wieder ein entscheidendes Wort in der Bundesregierung mitreden", betonte Haupt. "Daher ist es wichtig, dass wir Freiheitliche weiter regieren. Wir starten aus einer schlechten Position, aber ich bin mir sicher, wenn wir unser gemeinsames Herz für alle Menschen ausspielen, wird es uns leicht fallen, 20 Prozent und mehr zu schaffen", sagte Haupt.

Zum Auftakt der Veranstaltung, der unter anderem auch die stellvertretende Bundesparteiobfrau Magda Beckmann, Zweiter Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn, Generalsekretär Karl Schweitzer und die Kärntner FPÖ-Spitze beiwohnten, verwies Landesobmann Martin Strutz ebenfalls darauf, dass die Freiheitlichen in Kärnten stimmenstärkste Partei sein wollen. "Leistet Euren Beitrag, damit der Kärntner Erfolgsweg weiter beschritten werden kann", appellierte er an die versammelten Funktionäre. "Sagt allen, was wir geleistet haben und noch leisten werden."

Im Rahmen einer Show unter dem Motto "Sport & Fashion" wurden die Kärntner Kandidaten mit Haupt, dem Leichtathleten Elmar Lichtenegger, der ehemaligen Klagenfurter Stadträtin Renate Kanovsky-Wintermann und dem Quereinsteiger, dem bekannten Gastronomen Seppi Bucher, an der Spitze, präsentiert.

Haider: "Vielleicht schwierigste Wahl"

Der Kärntner Landeshauptmann und Ex-Parteichef Jörg Haider bezeichnete beim Wahlkampfauftakt der Kärntner FPÖ Donnerstag am Abend in Villach den Urnengang am 24. November als die "für uns vielleicht schwierigste Wahl". "Daher haben all jene, die noch in der Bundesregierung sitzen, die moralische Verpflichtung mitzukämpfen und zu zeigen, dass sie zur freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft stehen", sagte er unter dem Applaus der Funktionäre.

Jeder, der nur einen Funken von Überzeugung habe, müsse mittun, um Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zu zeigen, dass er die Wahl nicht gewinnen könne, wenn er die Koalition breche, betonte Haider. Den VP-Kanzler bezeichnete er als Mann mit zwei Gesichtern: "Ein freundliches, wenn er etwas haben will, ein eiskaltes, wenn er jemand niedermachen will." Haider warf dem Bundeskanzler vor, mutwillig Neuwahlen herbeigeführt zu haben. Dabei hätte die FPÖ zuvor mehrmals Grund gehabt, die Koalition zu verlassen, weil seitens der ÖVP das Regierungsprogramm gebrochen worden sei. "Daher werden wir genau nachdenken, was zu tun sein wird, wenn es wieder eine Koalition mit der Volkspartei geben sollte", sagte der Landeshauptmann.

Reichhold schwieg

Der Spitzenkandidat auf Bundesebene, Parteiobmann Mathias Reichhold, war erst gegen Ende der Haider-Rede nach Villach gekommen. Für ihn gab es ebenfalls großen Applaus. Das Wort ergriff er jedoch entgegen dem Programm nicht.(APA)

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    foto: gert eggenberger
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