Seltenes Moos in Hessen entdeckt

14. Oktober 2002, 10:30
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Das Lebermoos steht nicht nur auf der Roten Liste, sondern produziert auch schädlingsbekämpfende Substanzen

Bonn - Bonner Botaniker haben in Hessen ein extrem seltenes Moos entdeckt, das in Europa auf der "Roten Liste" steht. Das Lebermoos, das hauptsächlich in Nordamerika vorkommt ist nicht nur von akademischem Interesse: Die unscheinbaren Pflanzen produzieren Substanzen, die gegen Käfer- und Schneckenfraß, Pilz- oder Bakterienbefall wirken oder gar die Bildung von Tumorzellen hemmen. Frahm konnte mit seinem Expertenteam ein umweltverträgliches Pflanzenschutzmittel aus dem Moosextrakt gewinnen, das Schnecken wirksam abschreckt

Mit einem Team von 20 Botanikern war der Bonner Moosspezialist Jan-Peter Frahm in der Nähe des hessischen Vogelsbergs erfolgreich. Er und sein Team entdeckten elf Exemplare des winzigen Mooses. In den vergangenen hundert Jahren wurden davon nur acht Funde gemeldet. Seit 1991 steht das Lebermoos mit 25 weiteren Moosarten auf der "Roten Liste" der Berner Konvention, diese verpflichtet EU-Länder zum umfassenden Schutz stark gefährdeter Arten.

Die Forscher durchkämmten auf einem Gebiet von rund 100 Quadratkilometern sämtliche noch vorhandenen Stoppelfelder. Auf einem Acker wurden die Wissenschaftler fündig. "Da das Überleben in der Natur nicht gesichert ist, nehmen wir das Moos nun an der Universität Bonn in Kultur", so Frahm. Gegebenenfalls könnte das Moos dann nachgezüchtet und später wieder ausgesetzt werden. (pte)

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