"Ich bin jetzt in Sicherheit"

10. Oktober 2002, 20:56
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Erste Reaktion von Kertesz

Berlin - Der Träger des Literaturnobelpreises 2002, Imre Kertesz, arbeitet derzeit am Berliner Wissenschaftskolleg an einem neuen Roman und zeigte sich in einer ersten Reaktion hoch erfreut: "Das ist eine große Anerkennung für mich und bedeutet vielleicht auch, dass ich jetzt ein etwas ruhigeres Leben führen kann, jedenfalls finanziell, ich bin jetzt in Sicherheit, jedenfalls in dieser Hinsicht".

"Mein ganzes Werk ist durch die deutsche Sprache verbreitet, meine Muttersprache ist eine kleine Inselsprache, aber der Nobelpreis ist auch eine Auszeichnung für die ungarische Literatur", meinte Kertesz, "Es ist für mich sehr interessant, dass ich diesen Preis mit meiner Holocaust- und Anti-Diktatur-Literatur bekommen habe. Das bedeutet vielleicht auch etwas Erzieherisches für die osteuropäischen Staaten überhaupt."

Über die Verleihungszeremonie: "Ich habe gehört, dass Herr Böll zwei Tage gekämpft hat, keinen Frack zu tragen, ihm gelang es nicht. Vielleicht wartet dieses Schicksal auch auf mich, aber es ist ein angenehmes Schicksal."

Sein neuer Roman mit dem Arbeitstitel "Liquidation" sei eine "Fortsetzung meines alten Themas, ein letzter Blick auf den Holocaust, aber in ungarischer Umgebung nach der Wende, also ein moderner Roman. Die erste Hälfte ist schon fertig." (APA/dpa)

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