"Das Mittelfeld darf nicht der Maßstab sein"

10. Oktober 2002, 19:35
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Koordinator der Pisa-Studie relativiert die im Inland als positiv bewerteten Resultate für die österreichischen Schüler

Wien - "Das Mittelfeld darf nicht der Maßstab sein" - diesen Rat gab der Koordinator der Pisa-Studie der OECD, Andreas Schleicher, der heimischen Bildungspolitik. Gleichzeitig relativierte er die im Inland als positiv bewerteten Pisa-Resultate für die österreichischen Schüler: Im Vergleich mit den Spitzenstaaten hänge der Bildungserfolg in Österreich viel stärker von der sozialen Herkunft der Schüler ab. Erfolgreiche Staaten wie Finnland oder Kanada würden die Kinder hingegen viel später selektionieren, auch das "Sitzenbleiben" kenne man dort nicht, so Schleicher bei einem Vortrag in der Arbeiterkammer.

Österreich liegt im Ranking der OECD auf dem elften Platz. Damit dürfe man sich nicht zufrieden geben, meinte Schleicher. Zu bemängeln seien auch die großen Leistungsunterschiede zwischen verschiedenen Schultypen. Im Gegensatz dazu könne man beim Spitzenreiter Finnland sein Kind in jede Schule schicken "und sie erreichen dort fast garantiert gute Bildungsleistung". Herbert Tumpel, Präsident der Arbeiterkammer, forderte das kostenlose Nachholen des Hauptschulabschlusses. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. 10. 2002)

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