Funknetz zur Melange

10. Oktober 2002, 17:27
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Im Kaffeehaus sitzen und in der Zeitung online surfen: Die Vision klingt bekannt, aber sie brauchen keinen Arzt um sie zu verwirklichen.

Hurra, drahtloses Breitband-Internet ist da. Nein, nicht das UMTS-Netz, das von der Mobilkom vor zwei Wochen in Betrieb genommen wurde. Sondern ein Funknetz, das ein Kaffeehaus in Ihrer Nähe zur Melange und der Zeitung serviert.

Zwar ist es ehrenwert, dass A1 als europäischer Pionier die Insel der Seligen mit der dritten Generation des Mobilfunks beglückt. Bisher gab es ja nur eine real existierende Insel der UMTS-Zukunft, die britische Isle of Man, Einwohnerzahl gegen null.

Aber vergessen Sie UMTS, denn für das wirkliche Leben ist die gehypte Technologie einstweilen nicht gemacht. Handys dafür gibt es bis auf weiteres so gut wie nicht, und um den Notebook unterwegs mit UMTS ins Internet zu bringen, gibt es schon gar nichts.

"Wi-Fi"

Dafür gibt es eine gute Nachricht: Die bis vor kurzem exotische Funktechnik namens "Wi-Fi" spielt im Stammlokal ums Eck. Wi-Fi kommt von Wireless Fidelity und beginnt sich als Markenzeichen für drahtlose Funknetze einzubürgern, die ansonst unter dem noch exotischeren Namen "Wireless LAN" oder 802.11b laufen. Ein paar hundert Standorte, von Gaststätten und Hotels bis zu den heimischen Flughäfen, hat der Provider metronet inzwischen mit "Hotspots" ausgestattet, damit man sich mit dem Notebook - oder auch einem Organizer - einloggen kann. Bezahlt wird die gelegentliche Benutzung mit einem Prepaid-Konto wie bei Wertkartenhandys, oder die häufige Benutzung mit monatlichen Gebühren. Kaum zu glauben, aber Österreich zählt inzwischen bei der Verbreitung von Wi-Fi zur relativen Weltspitze.

Zusammen mit drahtlosen Netzen daheim, im Büro oder an Konferenzorten wächst so dank Wi-Fi die Mobilität des Notebooks in den nächsten Jahren schneller als mit UMTS. Microsoft hat die Technik in Windows integriert, Apple schon vor längerem in den Mac, und Intel will künftig seine Chips von vornherein mit der Funktechnik ausstatten.

 Ausstattung

Es lohnt sich inzwischen, beim Kauf eines Notebooks auf die Ausstattung mit Wi-Fi zu achten - oder vorhandene Geräte mit billigen Karten nachzurüsten. Und wenn Sie schon dabei sind: Ein drahtloses Netz daheim ist die einfachste Art, mehrere Notebooks oder PCs mit Internet zu versorgen. Darauf zielen inzwischen auch spezielle Angebote von Internetprovidern ab. Von metronet gibt es übrigens ein Kombiangebot für Internet daheim und Internet unterwegs. (DER STANDARD/Rondo, 11.10.2002)

Von Helmut Spudich

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Metronet

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    foto: photodisc
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