Chipkartenhersteller Orga will 300 Stellen streichen

10. Oktober 2002, 15:36
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Paderborner Unternehmen will Rotstift vor allem in der Produktion angesetzt

Paderborn - Der Chipkartenhersteller Orga Kartensysteme GmbH (Paderborn) verpasst sich angesichts des stark rückläufigen Telekommunikationsgeschäftes eine neue Organisationsstruktur. Mit dem zu Jahresbeginn 2003 geplanten Sanierungskonzept sei auch der Abbau von weltweit 250 bis 300 Stellen auf insgesamt knapp 1.100 Beschäftigte bis Ende kommenden Jahres verbunden, teilte Unternehmenssprecher Bernd Schäfers-Maiwald am Donnerstag mit.

Die Belegschaft werde hauptsächlich in der Produktion verkleinert. Davon betroffen seien auch der Stammsitz Paderborn und die Chipkarten-Produktionsstätte Flintbek bei Kiel.

Orga hatte 2001 einen Umsatz von 215 Mill. Euro erwirtschaftet. Im laufenden Geschäftsjahr würden die Erlöse wohl nicht wieder erreicht, betonte Schäfers-Maiwald. Die Ertragslage bezeichnete er ohne Angaben von Zahlen als unerfreulich. Der Chipkartenhersteller ist mit Tochtergesellschaften, Vertriebsbüros und Gemeinschaftsunternehmen in 15 Ländern tätig. An der Gruppe sind die Bundesdruckerei GmbH (89,96 Prozent) und die DETECON GmbH (10,04 Prozent) beteiligt.

Nach Darstellung des Geschäftsführers Ulrich Wöhr ist das ostwestfälische Unternehmen sanierungsfähig. Dazu bedürfe es jedoch einer "konzertierten Aktion" von Banken, Leasinggebern und Belegschaft. Neben der Stellenstreichung seien auch ein zeitlich begrenztes Lohnopfer der Beschäftigten in Höhe von etwa 10 Prozent und ein "finanzieller Sanierungsbeitrag" der Geschäftsleitung erforderlich, sagte Wöhr. (APA/dpa)

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