T-Systems will nächste Woche Restrukturierungsplan vorlegen

10. Oktober 2002, 15:44
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Nur noch Unternehmen über 200 Mitarbeiter als Kunden angepeilt

Das Systemhaus der Deutschen Telekom, T-Systems, plant die komplette Restrukturierung des Unternehmens. Nächste Woche werde das Unternehmen ein Maßnahmenpaket vorlegen, sagte T-Systems-Geschäftsführer Michael Hofmann am Rande einer Konferenz in Wien vor Journalisten. Bis Ende 2003 wolle T-Systems 500 Mill. Euro einsparen. Dies soll sowohl über den Abbau von Mitarbeitern, als auch über den Verkauf strategisch nicht relevanter Beteiligungen - etwa im Bereich des Hardware-Vertriebs - erreicht werden. Außerdem will sich der Konzern nur noch auf Großunternehmen mit über 200 Mitarbeitern spezialisieren.

Laut Medienberichten wird T-Systems in nächster Zeit zwischen 4.300 und 6.500 seiner weltweiten 43.500 Stellen streichen. Diese Zahl wollte Hofmann nicht kommentieren, "dass der Konzern aber Personal abbauen muss, ist klar", so der T-Systems-Manager.

"Damit würde die Deutsche Telekom ja ihren Großkundenbereich verkaufen."

Einen möglichen Verkauf von T-Systems, wie in den Medien zuletzt ebenfalls berichtet, schloss Hofmann aus: "Damit würde die Deutsche Telekom ja ihren Großkundenbereich verkaufen." Mittelfristig sei aber ein Börsegang von T-Systems eine "Möglichkeit", die Position des Unternehmens zu stärken. "Börsefit", betonte der Geschäftsführer, "ist T-Systems schon jetzt".

2001 hat T-Systems weltweit 11,9 Mrd. Euro umgesetzt. 85 Prozent kamen dabei noch aus Deutschland. Bis 2005 soll der Auslandsanteil an den Erlösen auf 25 Prozent ansteigen.

Neupositionierung geplant

In Österreich ist T-Systems aus den Unternehmen debis, EDVg und Computer Austria hervorgegangen. Auch hier nach Abschluss der Integration der drei Unternehmen im Frühjahr dieses Jahres nun eine Neupositionierung geplant. Von den derzeit 2.200 Kunden fallen nur noch etwa 240 in das neue Kernkundengeschäft. Den Rest wolle T-Systems Austria nach und nach an Partner weitervermitteln, erklärte T-Systems-Österreichchef Rudolf Kemler.

Stellenabbau und Verkäufe von Beteiligungen soll es in Österreich aber nicht geben. Im Gegenteil: Heuer soll der Personalstand von von 714 auf 750 Mitarbeiter erhöht werden. Trotz Flaute - Kemler rechnet mit einem Rückgang des IT-Gesamtmarkts um 10 Prozent - erwartet T-Systems Austria für heuer einen Umsatzanstieg von 191 auf rund 200 Mill. Euro.

750 potenzielle Kunden

Der gesamte neue Kernmarkt der T-System umfasst in Österreich rund 750 potenzielle Kunden. Bis 2004 peilt T-System die Nummer unter den österreichischen Systemintegratoren an - heißt, dass das Unternehmen bis dahin IBM und die Siemens Business Solutions (SBS) überholt haben will.

Noch stärker wachsen, will T-Systems vor allem aber in der Region Zentral- und Osteuropa, für die Österreich-Chef Kemler ebenfalls verantwortlich ist. Geplant ist der Aufbau von jeweils unterschiedlichen Kompetenzzentren in den einzelnen Ländern, die dann grenzüberschreitend aktiv werden sollen. Große Hoffnung setzt Kemler vor allem auf Ungarn, wo T-System die bisher größten Outsourcing-Deals - das eine für die Budapester Verkehrsbetriebe, das andere für das Sportministerium - bereits gewonnen hat.

Heuer sollen die Umsätze in Osteuropa um rund 10 Prozent wachsen. Die EU-Osterweiterung soll das Geschäft noch einmal zusätzlich beleben.(APA)

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