Grüne: Öko-Energie droht Rückschlag

10. Oktober 2002, 15:26
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Partei-Vize Glawischnig nimmt Minister Bartenstein in die Pflicht - Höhere Zuschüsse für Ökostrom gefordert

Wien - Einen massiven Rückschlag beim Strom aus Erneuerbarer Energie befürchtet die stellvertretende Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, anlässlich der heutigen Verhandlungen zwischen Wirtschaftsministerium und den Ländern. Weil Wirtschaftsminister Martin Bartenstein den Produzenten viel zu wenig für den Ökostrom bezahlen wolle, werde sich die Erzeugung kaum mehr rechnen. Die Grünen fordern faire, langfristig gesicherte Ökostrom-Tarife.

Bartenstein habe einen Vorschlag erarbeitet, der nur sehr wenige Bereiche fördere, etwa Windanlagen in Niederösterreich und dem Burgenland, und damit keinen echten Marktzutritt für Ökostrom ermögliche. Investiert werden soll ausschließlich in günstige Standorte und Technologien. So seien zum Beispiel die Tarife für Wind (6,8 Cent) lediglich auf die besten Standorte abgestimmt. Alle anderen werden ausgeschlossen, meint Glawischnig. Der Vorschlag von Wirtschaftsministerium und E-Control sehe vor, Windanlagen mit 6,8 Cent/kWh zu entgelten, Biomasse Anlagen zwischen 6,48 Cent und 8,96 Cent, Biogas zwischen 9,6 und 11,2 Cent und PV mit 43 Cent.

Diese Tarife würden nicht nur signifikant unter den akzeptablen Vorschlägen der Länder liegen, sondern in vielen Ländern eine Absenkung der bisherigen Tarife bedeuten, kritisiert Glawischnig. Die Erreichung der Quotenziele werde damit verunmöglicht, und die Potenziale der Erneuerbaren Energie bei weitem nicht ausgeschöpft.

Ein Blick nach Deutschland zeige, dass die deutschen Tarife einen enormen Boom im Bereich Ökostrom ausgelöst haben. In den vergangenen beiden Jahren habe die Erneuerbare Energien-Branche in Deutschland 60.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

"Die akzeptablen Vorschläge der Länder gehen in die richtige Richtung. Setzt sich Bartenstein durch, so wäre das ein schwerer Rückschlag für hunderte geplante Ökostrom-Projekte und eine schwere Niederlage für den Klimaschutz in Österreich", befürchtet Glawischnig. (APA)

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    Die stellvertretende Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig.

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