Deutsche High-Tech-Branche hinkt beim Wachstum hinterher

10. Oktober 2002, 15:10
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Weltweit Zuwachs von 3,2 Prozent für die Computer- und Telekommunikationsindustrie prognostiziert

Die deutsche Computer- und Telekommunikationsbranche liegt in diesem Jahr im europäischen wie im weltweiten Vergleich hinten. "Deutschland liefert zurzeit die schwächsten Werte ab", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes BITKOM, Bernhard Rohleder, am Donnerstag wenige Tage vor der Eröffnung der Computermesse Systems in München.

Weniger Aussteller

Die Zahl der Aussteller ist in diesem Jahr wegen der Krise nochmals deutlich eingebrochen. Die zweitgrößte Computermesse nach der CeBIT in Hannover wird am kommenden Montag (14. Oktober) eröffnet und dauert bis Freitag. Im vergangenen Jahr kamen rund 120.000 Besucher zur Systems.

Zuwachs

Im Gegensatz zu Deutschland wird die Branche einer neuen Studie zufolge in diesem Jahr in anderen Ländern noch leicht wachsen. Für Westeuropa rechnet das Marktforschungsinstitut European Information Technology Observatory (EITO) mit einem Umsatzwachstum von 1,1 Prozent auf 641 Mrd. Euro. Weltweit prognostiziert die neue Studie einen Zuwachs von 3,2 Prozent für die Computer- und Telekommunikationsindustrie. In Deutschland erwartet BITKOM hingegen nach jahrelangen Zuwächsen erstmals einen Rückgang des Umsatzes um 1,3 Prozent.

Systems als "Spiegel der Branche"

Die Systems bekommt die schlechte Stimmung in diesem Jahr deutlich zu spüren. "Die Messe ist ein Spiegel der Branche", sagte Klaus Dittrich von der Geschäftsleitung der Messe München. Nach 2.165 Unternehmen im vergangenen Jahr präsentieren diesmal nur noch 1.600 Firmen ihre Neuheiten. Allein mehr als 200 Firmen, die sich auf Software für Geschäfte im Internet spezialisiert haben, sagten ihren Auftritt auf der Systems ab. Schon im Jahr 2001 war sowohl die Zahl der Aussteller als auch die der Besucher eingebrochen. Zur erwarteten Besucherzahl in diesem Jahr wollte sich Dittrich nicht äußern.

Schwerpunkte: drahtlose Datenübertragung und UMTS

Zu den Schwerpunkten der Messe gehören in diesem Jahr Technologien zur drahtlosen Datenübertragung und Angebote für den künftigen Mobilfunkstandard UMTS. Auf einem hochkarätig besetzten Treffen wollen Chefs der deutschen Mobilfunkunternehmen am Dienstag gemeinsam mit dem Präsidenten der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Matthias Kurth, über die UMTS-Zukunft in Europa diskutieren. Der finnische Anbieter Nokia wird an diesem Tag sein UMTS-Handy mit integrierter Kamera präsentieren, das zu den ersten Geräten für den neuen Mobilfunkstandard gehört.  (APA/dpa)

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