Alle fünf Sekunden erblindet ein Mensch

13. Oktober 2002, 18:15
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WHO-Studie: 80 Prozent der Fälle könnten verhindert oder zumindest behandelt werden

Genf - Alle fünf Sekunden erblindet auf der Welt ein Mensch, jede Minute verliert ein Kind seine Sehkraft. Diese alarmierenden Zahlen nannte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag zum Welttag des Sehens in Genf.

Weltweit seien 40 bis 45 Millionen Menschen blind und etwa 180 Millionen sehbehindert. 80 Prozent der Fälle von Blindheit könnten verhindert oder zumindest behandelt werden, betonte die WHO, die zur verstärkten Anstrengung im Kampf gegen Sehbehinderungen aufruft. "Der Tag ... soll die Aufmerksamkeit auf das Recht auf Sehkraft richten", heißt es in einer WHO-Erklärung.

Armut macht krank

Vermeidbare Blindheit steht nach Angaben der WHO oft in direktem Zusammenhang mit Armut. 90 Prozent der Blinden dieser Welt leben demnach in Entwicklungsländern - etwa neun Millionen in Indien, sechs Millionen in China und sieben Millionen in Afrika. Verhütung und Behandlung von Augenschäden gehörten zu den teuersten aber auch wirkungsvollsten Eingriffen in die Gesundheit, schreibt die WHO.

Die Weltgesundheitsorganisation rief Regierungen und andere Verantwortliche weltweit auf, der im Februar 1999 gestarteten Kampagne "Vision 2020" zum Erfolg zu verhelfen. Diese setzt auf eine Verbesserung des Angebots an Augenärzten in Entwicklungsländern sowie eine preisgünstigere Beschaffung von Hilfsmitteln wie Kunststofflinsen zur Bekämpfung des Grauen Star. Damit soll die Ausbreitung der Blindheit bis 2020 gestoppt werden. An dem Programm beteiligen sich bereits mehr als 40 Länder, schreibt die WHO. (APA/dpa)

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