Töten aus Zwang

10. Oktober 2002, 14:47
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Immer wieder beschäftigen rätselhafte Morde die US-Polizei- doch die Aufklärungsrate ist hoch ...

New York - Der Serienmörder von Washington hat am Mittwoch (Ortszeit) vermutlich zum siebten Mal zugeschlagen - und noch immer lässt sich kein Muster für seine Taten erkennen. Allerdings gab es in den USA bereits mehrere ähnliche Fälle, in denen die Mörder trotz ihrer rätselhaften Vorgehensweise schließlich gefasst wurden. Hier ein Überblick über die bekanntesten Fälle:

Rätselhafte Morde

Im November 1990 wird der 21-jährige Jäger Jamie Paxton in einem Wald im US-Bundesstaat Ohio erschossen. Der junge Mann hat keine Feinde, für den Mord gibt es keine Zeugen. Seine Mutter Jean Paxton wendet sich mit offenen Briefen in der Lokalzeitung an den Mörder ihres Sohnes. Eines Tages bekommt sie eine Antwort: "Jamie Paxton war ein Fremder für mich. Er wurde aus einem unwiderstehlichen Zwang getötet, der von meinem Leben Besitz ergriffen hat." Unterzeichnet war der Brief von "Jamie Paxtons Mörder".

In den kommenden vier Monaten werden in ähnlich rätselhafter Weise vier weitere Jäger und Fischer in den Wäldern der Umgebung erschossen. Die US-Bundespolizei erstellt ein Täterprofil: Männlich, weiß, älter als 30 Jahre. Durch das Profil wird Richard Fry aufmerksam und wendet sich an die Polizei. Mit seinem früheren Freund Tom Dillon hatte er früher stundenlang auf Ratten geschossen, später auch auf Hunde. Schließlich begann Dillon, systematisch jeden Hund abzuschießen, der ihm über den Weg lief. Die Polizei nimmt Dillon unter Beobachtung und verhaftet ihn, nachdem er auf Krähen schießt. Ballistische Untersuchungen ergeben, dass mindestens zwei der Morde mit dieser Waffe verübt wurden. Im Juli 1993 bekennt sich Dillon der Morde schuldig und wird zu 165 Jahren Gefängnis verurteilt.

Durch die Untersuchung der Waffenprojektile wird auch Peter Sylvester überführt, der 1994 in einem Restaurant einen unbekannten Mann erschießt und in einem "Burger King"-Lokal auf Long Island bei New York eine Frau verletzt. Sylvester verwendet ein Scharfschützengewehr mit Stativ und fängt die Patronenhülsen auf, um keine Spuren zu hinterlassen. Er schießt wie Dillon auf Unbekannte, die ihm lediglich als Zielscheibe dienen. Sylvester wird gefasst, weil derjenige, der ihm die .45-Kaliber-Waffe verkauft hat, anhand des Täterprofils Verdacht schöpft und die Polizei alarmiert.

Motiv: Ein böser Geist ergreift Besitz

Auch David Berkowitz schießt auf Unbekannte - allerdings ausschließlich auf hübsche junge Frauen oder deren Begleiter. Zwischen 1976 und 1977 fallen ihm in New York sechs Menschen zum Opfer, sieben weitere werden verletzt. Als Motiv gibt Berkowitz später an, ein böser Geist im Hund seines Nachbarn habe von ihm Besitz ergriffen und ihn zu den Taten gezwungen. Das Gericht führte die Morde dagegen auf sexuelle Frustration zurück und verurteilte ihn zu 365 Jahren Haft. Auch bei Berkowitz hatte das erstellte Täterprofil wesentliche Hinweise aus seinem persönlichen Umkreis erbracht. (APA)

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