Analysten geht Jobabbau nicht weit genug

10. Oktober 2002, 14:30
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Einsparung tausender Stellen macht Experten nicht glücklich

Mailand - Die Ankündigung des italienischen Industrie- und Autokonzerns Fiat, vorübergehend 7.600 Stellen abzubauen, ist am Markt unterschiedlich aufgenommen worden. Analysten begrüßten zwar die von Fiat angekündigte Maßnahme, um einen Verkauf der Auto-Sparte an General Motors (GM) abzuwenden. Nach Ansicht mehrerer Marktexperten gehen aber die Stellenstreichungen nicht weit genug.

Der Fiat-Kurs fiel in einem schwächeren Gesamtmarkt an der Börse in Mailand um 0,78 Prozent auf 8,28 Euro. In den vergangenen fünf Handelstagen waren Fiat-Aktien um 16 Prozent bis nahe eines 20-Jahres-Tiefs eingebrochen.

Am Mittwochabend hatte Fiat mitgeteilt, der Konzern werde im Rahmen seiner laufenden Umstrukturierung ab Dezember rund ein Fünftel der Belegschaft in der Verluste schreibenden Auto-Sparte für ein Jahr kündigen. Der Erwartung von Analysten, dass Fiat vor 2004 seine Verkaufsoption für Fiat Auto an GM wahrnehmen könnte, erteilte Fiat allerdings eine Absage.

Die Stellenstreichungen seien "ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Autoanalyst Antonio Tognoli von ING Barings. Nun gelte es, das angeschlagene Markenimage unter Verbrauchern wieder herzustellen. "Wenn sie das nicht schaffen, müssen sie (Fiat Auto) verkaufen", sagte Tognoli. Fiat hatte am Mittwoch angekündigt, neue Modelle auf den Markt zu bringen.

Analysten einer großen deutschen Bank äußerten sich indes weniger optimistisch und verwiesen auf die zeitliche Beschränkung der geplanten Kündigungen. Außerdem würden lediglich 250 Mill. Euro pro Jahr eingespart, verglichen mit einem für 2002 erwarteten operativen Verlust von mehr als 1,2 Mrd. Euro bei Fiat Auto. Um den Autohersteller profitabel zu machen, müssten weitere Kosteneinsparungen folgen. (APA/Reuters)

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