"Der Höhepunkt der Epidemie ist überschritten"

10. Oktober 2002, 14:22
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Seehund-Experten erwarten ein baldiges Ende des Robbensterbens

Norddeich - Seehund-Experten erwarten ein baldiges Ende des Robbensterbens in Folge der Staupe-Epidemie. "Der Höhepunkt der Epidemie ist überschritten", sagte der Leiter der Seehundaufzucht- und Forschungsstation Norden-Norddeich, Peter Lienau. Er rechnet mit einem Ende im Laufe der nächsten zwei Monate.

Lienau begründet seine Vermutung mit dem Zustand der in den vergangenen Wochen gefundenen Seehundkadaver. "Die Tiere sind bereits seit längerer Zeit verendet und überwiegend mittel bis stark verwest. Der Anteil frischer Todfunde sinkt beständig." Inzwischen ließen sich Vergleiche zum Verlauf der Epidemie von 1988 ziehen: "Die Entwicklung damals entspricht nahezu dem Verlauf in diesem Jahr."

Nach Lienaus Angaben sind mit 3.350 gefundenen toten Seehunden und 16 Kegelrobben mehr als die Hälfte des Bestandes in Niedersachsen verendet. Er bezieht sich dabei auf die letzte Zählung aus Flugzeugen vom 19. Juni 2002 mit 6.481 registrierten Seehunden.

Ein Überblick über das ganze Ausmaß der verheerenden Epidemie ist nach Angaben Lienaus erst im Sommer 2003 möglich: "Üblich sind drei Befliegungen nach der Geburtenphase im Juni/Juli. Erst dann sind Vergleiche zum Bestand 2002 sinnvoll." (APA/dpa)

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