ÖsterreicherInnen "verschwenden" Arbeitszeit

11. Oktober 2002, 11:29
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Die neuste "Produktivitätsstudie 2002" der Unternehmensberater Czipin & Proudfoot stellt österreichischen ArbeitnehmerInnen kein gutes Zeugnis aus

Wien - In den österreichischen Betrieben werden im laufenden Jahr 2002 nur 62 Prozent der Arbeitszeit produktiv genutzt. Die Österreicher "verschwenden" mit 38 Prozent aber immerhin schon weniger Zeit als im Vorjahr als noch in 40 Prozent der untersuchten Fälle unproduktiv gearbeitet wurde. Österreich liegt damit in einem 7-Länder-Vergleich an dritter Stelle, nach Deutschland (37 Prozent unproduktiv) und den USA (38 Prozent unproduktiv), ergab die veröffentlichte "Produktivitätsstudie 2002" der Unternehmensberater Czipin & Proudfoot.

International gebe es derzeit einen Trend zu mehr Produktivität. Während 2001 durchschnittlich noch 96 Tage verschwendet worden seinen, so seien es 2002 nur noch rund 92 Tage.

Gründe für die schlechte Nutzung der Arbeitszeit sind unzureichende Planung und Kontrolle (40 Prozent), unpassende Manager (12 Prozent), Probleme mit IT-Systemen (8,6 Prozent) und schlechte Arbeitsmoral (13 Prozent), ergab die Studie mit Befragung von 2.700 leitenden Angestellten in Österreich und 1.400 Mikrostudien. "Idealerweise werden 85 Prozent der Arbeitstage produktiv genutzt, 100 Prozent wäre nicht realistisch", erklärt Christopher Glaum, Vize-Präsident von Cipin & Proudfoot in Europa.

Wegen schlechtem Management seien heuer nur noch 12 Tage verschwendet worden, nachdem dies im Vorjahr noch 21,2 Tage kostete. Dagegen führte schlechte Arbeitsmoral zur Vergeudung von 13 (2001: 11) Arbeitstagen. Aber auch IT-Probleme führen verstärkt zu Arbeitsstillstand und kosteten 8,6 Arbeitstage, hieß es in der Studie.

Die österreichischen Manager erwarten sich laut Proudfoot für heuer eine Steigerung der Produktivität von 2,1 Prozent, bezifferten jedoch das Steigerungspotenzial mit 8,6 Prozent. "Wir glauben, dass die Produktivität in Österreich noch weit stärker verbessert werden könnte, und gehen von einem Potenzial von 23 Prozent aus", meint Glaum.

Für gut geführte Unternehmen sehe die Zukunft jedoch "sehr gut" aus. "Unproduktive Firmen hingegen werden von der Wirtschaftskrise voll getroffen, ihre Probleme werden beschleunigt", so Glaum. Auch die kommende Osterweiterung werde die Problematik verstärken. Die Kenntnis der Probleme im eigenen Betrieb könne die Produktivitätssteigerung deutlich verbessern, hieß es weiter. (APA/red)

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    foto: fotodisc
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