EU senkt BIP-Schätzungen für Euroland

10. Oktober 2002, 14:19
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Prognose für zweites Halbjahr 2002 zurückgenommen

Luxemburg/Brüssel - Die Konjunktur in Euroland kommt in laufenden Jahr nicht mehr richtig in Fahrt. Die EU-Kommission nahm am Donnerstag in Brüssel ihre Prognose für die zweite Jahreshälfte weiter zurück, da der private Verbrauch und die Auslandsnachfrage zurückgingen.

Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Euroland im dritten Quartal lediglich um 0,2 bis 0,5 Prozent im Vergleich zum zweiten Vierteljahr steigen. Für das Schlussquartal geht die Kommission von einem Wirtschaftswachstum in ähnlicher Größenordnung aus. Bisher war mit Werten von bis zu 0,6 Prozent gerechnet worden.

0,4 Prozent im zweiten Quartal

Das BIP des Eurolandes und der 15 EU-Staaten legte von April bis Juni im Vergleich zu den drei Vormonaten um jeweils 0,4 Prozent zu. Damit bestätigte das Europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg eine erste Schätzung vom September. Im Vorquartal hatte das Wirtschaftswachstum 0,3 Prozent in der gesamten EU und 0,4 Prozent in der Eurozone betragen. Im zweiten Quartal schnitt Deutschland nach Angaben der EU-Chefstatistiker mit einem Plus von 0,3 Prozent unterdurchschnittlich ab.

Die Konsumausgaben wuchsen EU-weit im zweiten Quartal um 0,5 Prozent, nachdem sie im ersten Vierteljahr noch stagniert hatten. In der Eurozone ergab sich ein Plus von 0,3 Prozent nach minus 0,2 Prozent zuvor. Die Investitionen sanken hingegen im sechsten Quartal in Folge, wie Eurostat weiter mitteilte.

Das minimale Wachstum in der Eurozone mit den zwölf Staaten der Gemeinschaftswährung wird sich nach einer früheren Einschätzung der EU-Kommission frühestens von 2003 an beschleunigen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die durchschnittliche Wachstumsrate für 2002 die Ein-Prozent-Marke übersteigen werde, hatte EU- Wirtschaftskommissar Pedro Solbes Ende September gesagt.(APA/dpa)

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